Video-Workshop in der Ohmstraße

Kinder der inklusiven OT Ohmstraße bei der Filmarbeit mit iPads

Von Melanie Leusch.

Am 26.04.2019 fand in der Inklusiven OT Ohmstraße ein eintägiger Medienworkshop zur Videoarbeit statt. Das Besondere bei diesem Workshop: Es gab zum Abschluss ein Zertifikat in Papierform für die freie Nutzung eines iPads in der Inklusiven OT Ohmstraße. Mit diesem Zertifikat können sich die Teilnehmer*innen im offenen Bereich der Inklusiven OT Ohmstraße gegen Pfand (Handy, Personausweis oder Ähnliches) ein iPad ausleihen. Um einen Überblick über die bereits ausgeliehenden iPads zu bekommen, wird im offenen Bereich eine Teilnehmer*innenliste ausgelegt. Ebenso hat zum ersten Mal einer unserer Besucher diesen Workshop geleitet, zusammen mit einer Pädagogin: Richtig spannend war das und beide hatten viel Spaß.

Der Workshop setzte sich mit dem Thema Videoarbeit auseinander und zeigte den Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung im Alter von 10-14 Jahren, wie mit iPads ganz einfach und schnell coole Filme gedreht werden können. Zunächst wurde mit den Kindern und Jugendlichen Regeln formuliert, wie sorgsam mit den Geräten umgegangen wird. So soll zum Beispiel nicht mit den iPads gerannt oder Apps ungefragt installiert werden. Dann gestalteten wir aus Piktogrammen ein Plakat mit allen wichtigen Aspekten der Videoarbeit: Was wird gebraucht? Wer spielt alles mit? Welche Medien brauchen wir? Und wer gehört zum Kamerateam?

Mädchen filmt mit iPad in orangener SchutzhülleNach der kreativen Plakat-Gestaltung setzten wir uns mit der App Stop Motion Studio Pro auseinander. Zuerst suchten sich die Kinder und Jugendlichen einen Gegenstand aus und personalisierten ihn mit selbstgebastelten Augen. So hatten alle ihre eigenen Figuren mit großen Augen, die sie jetzt mit der Stop-Motion-App in Szene setzen konnten. Ein heller Platz, ein standfestes iPad und das Abfotografieren und Bewegen der Figürchen  konnte beginnen. Die App animiert die einzelnen Fotos mit der Stop-Motion-Technik zu einem witzigem Trickfilm. Die Teilnehmenden hatten in den Tools der App die Möglichkeit, Farbe und Ton zu ändern, sodass zum Beispiel das Figürchen viermal in unterschiedlicher Farbe auftauchte. „Sowas habe ich ja noch nie gesehen“, sagte Lennert lachend und quietschte eine Audiodeskription in das Mikrofon. Anschließend schauten wir uns den Trickfilm an und reflektierten anhand unseres gestalteten Plakats. „Ich fand alles super und würde gar nichts ändern“ sagte Jolina und drückte erneut auf Play.

Nächster Stopp:  iMovie, Apples eigener Filmbearbeitungs-App. Hier fokussierten wir uns auf die Trailer-Funktion, die durch kurze und knackige Anweisungen erklärt, was die Schauspieler*innen als nächstes tun sollen. Diese Funktion eignet sich also besonders gut für Anfänger in der Filmarbeit. Zudem können die Videos in verschiedenen Designs erstellt werden, wie zum Beispiel Romantik, Drama, Krimi, etc. „Bitte das Gruselige“ schlug Martin vor, sodass ein kleiner und vor allem lustiger Horrorfilm entstand. Die Kinder und Jugendlichen waren so begeistert von ihrem Film, dass sie ins Büro rannten, um OT-Ohmstraßen-Leiterin Bianca an ihren Lachkrämpfen teilhaben zu lassen.

Mädchen mit Down Syndrom auf Spielplatz wird von anderen Kindern mit iPad gefilmtAnschließend setzen wir uns noch einmal gemeinsam zusammen und überlegten uns eine eigene Story, die gedreht werden könnte. „Wir können doch eine alte Geschichte neu machen.“ sagte Sonea und alle stimmten zu. So wurde nicht lange nachgedacht und das Märchen von Rotkäppchen in eine moderne Version à la 2019 umgeschrieben: So wurde aus Rotkäppchen eine Kickroller fahrende Rapperin, die ihrer Oma statt Medizin, Pizza und Cola bringt. Als Szene 1 – 4 im Kasten waren, setzten sich alle zusammen, um das Video zu schneiden. Hierzu nutzen wir ebenfalls die kostenfreie App iMovie. Mit der App können nicht nur trendy Trailer gedreht, sondern auch eigene Videos geschnitten, vertont und bearbeitet werden.

Zum Schluss schauten wir uns unser eigenes modernes Märchen an. „ Ganz schön witzig“, so Jolinas‘ Fazit und alle stimmten ihr lachend zu. Anhand des Austauschs und der Reaktionen der Kinder und Jugendlichen lässt sich abschließend zusammenfassen, dass der Workshop zu einem umfassenden Wissensgewinn im Bereich Film und Filmbearbeitung beigetragen hat.

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