„Virtuelle Streetart: Lieblingsorte-Spielorte“. Inklusiver Nimm!-Jugendworkshop im Haus der Jugend Neuss. Von Victoria Dahm

Foto eines Straßenzugs mit einer virtuell integrierten SkulpturIm Medienangebot „Virtuelle Streetart: Lieblingsorte – Spielorte“, das wir für Jugendliche ab 12 Jahren geplant haben, sollte den Teilnehmenden die Möglichkeit gegeben werden, mit digitalen Medien ihre Realität neu zu erfahren und mitzugestalten. In der Planung sollten die Kids Orte überlegen, die sie als Lieblingsorte empfinden, und die sie nach ihren Vorstellungen virtuell umgestalten. Der Workshop war für zwei Tage im Juni geplant. Treffpunkt war das inklusive Jugendzentrum Haus der Jugend in der Innenstadt von Neuss.
Foto einer Wiese mit virtuell integrierten Eisenskulpturen und VerkehrsschildNach intensiver Öffentlichkeitsarbeit, Ansprache unserer Stammjugendlichen und Bewerben des Angebots in unserem Newsletter konnten wir eine kleine Gruppe zusammentrommeln. Die Teilnehmer waren männlich. Wir konnten sowohl Jungs, die das Jugendzentrum schon besuchen, als auch neue Teilnehmer gewinnen. Alle Jugendlichen hatten zwar Erfahrung im Umgang mit Tablets und/oder Handys, aber wenig Erfahrung im Fotografieren und keinerlei Erfahrung im Umgang mit Bildbearbeitungssoftware.

Foto einer Straße mit virtuell integrierter EisenskulpturEs stellte sich schnell heraus, dass der größte Teil der Teilnehmer extreme Schwierigkeiten hatte, über einen längeren Zeitraum aufmerksam zu bleiben. Dies stellte, trotz überschaubarer Gruppe, eine sehr große Herausforderung an unseren Kursleiter dar. Die Jungs waren zwar kreativ und hatten viel Fantasie, konnten aber nicht lange sitzen bleiben, fielen sich gegenseitig ins Wort, platzten oft in Erklärungen des Kursleiters und ließen sich durch kleinste Reize schnell ablenken.

Der geplante Aufbau des Kurses – nach einer kleinen Besprechung gleich in die Stadt zu gehen – stellte sich gerade für diese Gruppe als hilfreich heraus. Hier konnten die Jungs ihren Bewegungsbedürfnissen nachkommen. In den späteren Arbeitsphasen an den Tablets schob der Kursleiter immer wieder bewusst kleine Ausflüge nach Draußen ein, um die Konzentrationsfähigkeit der Jugendlichen aufzufrischen. So konnten sie gerade hier ihre Fähigkeit zeigen und hatten immer wieder kreative Ideen für ihr Projekt am Tablet.

Foto eines Hochhauses, bearbeitet mit einem Farbfilter und der Aufschrift "Das Bild ist cool"Während der eigentlichen Bildbearbeitung war es stets schwierig, die Teilnehmer an der Stange zu halten. Sie waren ungeduldig und machten viele Flüchtigkeitsfehler. Mit klaren Regeln (z.B. keine Musik bei der Arbeit hören) und vielen kleinen Pausen und Bewegungseinheiten, gelang es, dass die Jungs ihre Projekte voran brachten. Der Kursleiter arbeitete jedoch während des Kurses und auch zwischen den beiden Einheiten noch die Ergebnisse mit den Jungs nach und so gelang es, dass alle Teilnehmer zu einem Ergebnis kamen. Ein Teil der Gruppe arbeitete an einem gemeinsamen Projekt. Hier konnten sie sich die Aufgaben nach Fähigkeiten aufteilen und die Ergebnisse mit Hilfe des Kursleiters zusammensetzen.

Foto eines Hochhauses, mit Farbfiltern bearbeitet und der Aufschrift "The Meteor of Death"Die Teilnehmer haben einen Einblick in die Fotografie und die Bildbearbeitung bekommen. Sie waren von den Möglichkeiten, die Bildbearbeitungs-Apps bieten, begeistert. Zudem haben sie während der langen Stadtspaziergänge einen anderen Blick für die Stadt bekommen. Der Blick der Jungs konnte von den großen Häusern, Plätzen und Denkmälern der Stadt aber auch im Workshop für Details geschärft werden. So nahmen sie Stromkästen (die bemalt waren) oder Straßenschilder auf, die sie dann für ihre Montagen benutzten.

Nachdem sie ihre Bilder bearbeitet haben, konnten sie auch erkennen, dass Bilder (z.B. Werbeplakate) in der Stadt bearbeitet sind. Beim Rundgang durch die Stadt ergab sich hier und da auch Interessantes und Wissenswertes über die Stadt und Teile der Stadt. Es entstanden interessante Gespräche. Objekte wurden danach für das Fotoprojekt ausgesucht. Der Workshop war sehr arbeitsintensiv für den Kursleiter und die Bewerbung war schwierig. Der gute Personalschlüssel hat aber gezeigt, dass genau dies wichtig ist, um für alle Kinder ein Erfolgserlebnis zu schaffen. Nächstes Mal würden wir diese Art von Angebot eher in das Frühjahr oder in den Herbst legen und hoffen, dass es so einfacher ist, Teilnehmer zu gewinnen.

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