Selbstgebastelte "Stadt" aus Recycling-Materialien, entstanden im Projekt "Stadt der Zukunft"

Tool-Tipp: Coding kreativ

Projektideen von Johannes Rück und Karoline Klaus

Wie lassen sich Coding-Projekt kreativ und inklusiv durchführen, so dass alle Kinder an Coding-Grundlagen herangeführt werden können? Dieser Tipp besteht aus zwei Projektideen:

  • Stadt der Zukunft (Projektidee von Johannes Rück (Medienkompetenzzentrum Mitte/ barrierefrei kommunizieren!, tjfbg gGmbH): aus Recycling-Materialien wird eine “Stadt der Zukunft” gebastelt, in der die kleinen Mini-Roboter ozobots umher fahren. 
  • Cubettos Welt (Projektidee von Karoline Klaus (KON TE XIS Bildungswerkstatt, tjfbg gGmbH): Der kleine Holzroboter Cubetto wird mit Programmierbefehlen über eine selbstgebastelte und gestaltete Welt geschickt.

Kreative Projekte mit vielen Bastelmaterialien bieten vielfältige Zugangswege für Teilnehmende mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Die in diesen Projekten verwendeten Tools – ozobots und Cubetto – eignen sich außerdem sehr gut für den inklusiven Einsatz: 

Programmieren “begreifen”  & “erfahrbar” machen: Cubetto & ozobots

Cubetto ist ein Holzroboter, der mit Programmierbefehlen über eine in quadratische Vierecke geteilte Stoffkarte geschickt wird. Die Steuerung erfolgt über ein mit Bluetooth verbundenes Steuerungsbrett, auf das die Befehle (z. B. für Richtungen, Schleifen) als Holzbausteine aufgesteckt werden. Cubetto ermöglicht sehr jungen Kindern erstes Programmieren ganz ohne Computer und ist auch für blinde Kinder zugänglich, da die Befehlsblöcke an der Form unterschieden werden können. Die Ränder der Quadrate auf der Karte können z. B. durch (für Cubetto überfahrbares) Krepp beklebt werden, so dass blinde Kinder fühlen können, in welchem Quadrat sich Cubetto gerade befindet. Weitere inklusive Aspekte:

  • Die Programmier-Blöcke unterscheiden sich sowohl farblich als auch haptisch; jeder Block steht für genau einen Befehl.
  • Cubetto sendet ein akustisches Signal sowohl beim Einschalten als auch beim erfolgreichen Beenden eines Programmes.
  • Das Steuerungs-Brett ist groß und erleichtert somit das Erfühlen bzw. Ertasten des Programmablaufs sowie des Startknopfs.

ozobots sind kleine Mini-Roboter mit Sensoren an ihrer Unterseite. Erkennt der Sensor eine schwarze Linie fährt der ozobot die Linie ab. Farbkombinationen aus rot, grün, blau erkennt der ozobot als Befehl und ändert entsprechend sein Verhalten – z. B. in eine Richtung abbiegen, beschleunigen etc.. Die farbigen Befehle (OzoCodes) werden aufgemalt, für Kinder, die damit Schwierigkeiten haben, gibt es weitere Möglichkeiten:

  • Die OzoCodes gibt es auch als Sticker: Hilfreich, wenn die Teilnehmenden Schwierigkeiten haben, exakte OzoCodes zu malen.
  • Solche Sticker kann man auch selbst in gewünschter Menge vorbereiten, indem man Computeretiketten mit OzoCodes vor dem Projekt bemalt, die dann einfach auf die schwarzen Linien geklebt werden können.
  • Mit leeren, weißen Computeretiketten kann man fehlerhaften Code oder Code an falschen Stellen einfach überkleben. Dann muss nicht alles neu gemalt werden, nur weil der Code nicht lesbar ist.
  • Für die Stiftführung kann man Schablonen herstellen (die z. B. im 3D-Drucker gedruckt werden können, druckfertige Modelle im Internet kostenlos verfügbar).
  • Der Ozobot Evo ist eine Ausführung des Ozobots, der zusätzlich akustische Signale beim Ausführen der Codes abgibt.

Weitere Ideen mit ozobots

Michael Hielscher, Beat Döbeli Honegger: Ozobot Projektideen, Pädagogische Hochschule Schwyz, 2016

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