Inklusiv arbeiten mit Fotografie und Trickfilm

Workshop bei der WELLE

Workshop im Kompetenzzentrum DIE WELLE gGmbH am 29.01.2014

Mit den Regionalen Kompetenzzentren stellt das Kooperationsprojekt NIMM! 4 Einrichtungen als Ansprechpartner für inklusive Medienarbeit vor. Die Kompetenzzentren sind Anlaufstelle für alle, die Fragen rund um inklusive Medienprojekte haben. In 4 Workshops wollen die Kompetenzzentren allen Interessierten einen informativen Ein- und Überblick zu einigen zentralen Themen der inklusiven Medienarbeit bieten. Am 29.01.2014 fand der dritte Workshop bei der WELLE in Remscheid statt – Thema: Inklusiv arbeiten mit Fotografie und Trickfilm.

Workshop bei der WELLEDer Workshop für 20 TeilnehmerInnen war in drei Teile untergliedert: Im ersten Abschnitt des Workshops führte ein Kurzvortrag in die organisatorischen und pädagogischen Grundvoraussetzungen zur Planung von inklusiven Medienprojekten ein. Der zweite Teil untergliederte sich in die beiden Praxisübungen zur Arbeit mit dem Programm „Stop-Motion“ und den angewandten Fototechniken. Jeweils ein Referent betreute eine Gruppe von 10 TeilnehmerInnen.

Nach der Einführung in die technischen Voraussetzungen, haben die TeilnehmerInnen Lose gezogen, per Zufall wurden so in jeder Gruppe „Einschränkungen“ an die Beteiligten verteilt. Es gab eine Person im Rollstuhl, jemanden mit Höreinschränkung (Lärmschutzkopfhörer) und mit Seheinschränkung (abgeklebte Brille).Die Teilnehmer waren in diesem Setting eine inklusive Gruppe. Sie erarbeiteten sich gemeinsam eine neue Technik um mit den Einschränkungen der ausgewählten Teilnehmer umgehen zu können.

Workshop bei der WELLEArbeitsaufgabe für die beiden Gruppen und Techniken waren:
Visualisierung zu der Musik* und dem Originaltext von „Hänschen Klein“
Da der Workshop zum einen medientechnisches Wissen, aber zum anderen auch pädagogische Kenntnisse vermitteln wollte, waren die Teilnehmer gehalten, sich immer als Teil einer Lern- und Arbeitsgruppe zu verstehen und gleichzeitig eine Metaebene der Beobachtung einzunehmen, um Gruppendynamik, Rollenverteilung, Problemlösungsverhalten wahrzunehmen. Diese Doppelaufgabe, ein Teil einer Gruppe und gleichzeitig Beobachter zu sein, haben die Teilnehmer sehr gut umgesetzt.

Die Referenten als „Außenbeobachter“ haben besonders auf das Verhalten der Teilnehmer bezogen auf inklusive Ansätze geachtet und gegebenenfalls den Verlauf gestoppt um Beobachtungen zum Verhalten und Selbstwahrnehmungen abzufragen.
Die Beteiligten mit Handicap fühlten sich isoliert, aus dem aktiven Arbeitsverlauf der Gruppe ausgegrenzt und in der Aufgabenverteilung in passive Tätigkeiten gedrängt.

Workshop bei der WELLENach der Thematisierung dieses Erlebten wurde die praktische Arbeit vollkommen anders von der Gruppe organisiert. Die Teilnehmer arbeiteten effektiver zusammen, die Personen mit Einschränkung wurden zu gleichwertigen, fähigen Gruppenmitgliedern und die scheinbare Auffälligkeit und Andersartigkeit war nebensächlich geworden. Nach dieser Korrektur entstand eine Gruppe, in der eine Aufgabe gemeinsam getragen wurde und sich alle Beteiligten über die gute Zusammenarbeit freuen konnten.

worksopFilm2_für BlogIm dritten Teil des Workshops, der Nachbesprechung, wurde besonders die Idee, TeilnehmerInnen per Los mit Einschränkungen zu versehen, gelobt. Dadurch wurde allen Beteiligten eine wirklich praktische und nicht nur theoretische Erfahrung ermöglicht. Die technischen Kenntnisse waren von allen TeilnehmerInnen gut umgesetzt worden; es gab noch Nachfragen zur Vertiefung durch weiterführende Informationen, die durch die Referenten nachgereicht werden.

Die wichtigste Erfahrung aller TeilnehmerInnen war, neben dem Erlernen neuer Techniken, ein Gefühl zu entwickeln, was inklusive Medienpädagogik sein kann und

Hier kann man sich das Ergebnis des Film-Workshops bei der WELLE anschauen!

 

Referenten

  • Angelika Schulze, Kunstpädagogin
  • René Rondholz, Medienpädagoge und Inklusions-Scout
  • Jochen Pries: Musikalische Umsetzung von „Hänschen Klein“

 

Kontakt

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42897 Remscheid
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Fax (021 91) 6 33 40
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