Ein Praxisbericht von Nele Saueressig
In den Sommerferien 2026 tauchten die Besucher*innen des Mädchen*treffs Leyla in die Welt der Robotik und des Programmierens ein. Beim zweitägigen inklusiven Angebot am 27. und 28. Juli 2026 lernten sieben Mädchen*, darunter drei mit Inklusionsbedarf, im Alter von 10 bis 23 Jahren die kleinen Ozo-Bots kennen und entwickelten gemeinsam eine eigene Roboterstrecke. Im Mittelpunkt standen das praktische Ausprobieren, gemeinsames Lernen und die Verbindung von Technik und Kreativität. Die Teilnehmer*innen konnten in ihrem eigenen Tempo arbeiten, eigene Ideen einbringen und sich gegenseitig unterstützen.
Beide Projekttage begannen mit einer Kennenlernrunde beziehungsweise einem Bedürfnischeck. Dabei konnten sich die Teilnehmer*innen untereinander kennenlernen, ihre Erwartungen und Wünsche äußern und ansprechen, was sie für eine gute Teilnahme benötigen. So entstand von Anfang an eine wertschätzende Atmosphäre, in der die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mädchen* berücksichtigt werden konnten.
Was ist ein Roboter?
Zu Beginn wurde gemeinsam gesammelt, welche Erfahrungen und Berührungspunkte die Teilnehmer*innen bereits mit Robotik und Künstlicher Intelligenz hatten. Die Ideen wurden an einer Flipchart festgehalten. Gemeinsam wurde außerdem besprochen, was einen Roboter ausmacht und wo uns Roboter im Alltag begegnen können. Anschließend wurden die Ozo-Bots vorgestellt. Die Mädchen* beobachteten zunächst, wie die kleinen Roboter fahren. Danach lernten sie, wo sich die Sensoren befinden, wie ein Ozo-Bot einer Linie folgt und wie Farbcodes zur Steuerung eingesetzt werden. Jede Teilnehmer*in hatte die Möglichkeit, den Roboter selbst auszuprobieren. Nach einer kurzen Pause begann die erste praktische Programmierphase. Die Mädchen* arbeiteten in zwei Kleingruppen und erhielten verschiedene Aufgaben:
• Linien zeichnen, die der Ozo-Bot lesen kann
• einfache Farbcodes einsetzen
• die Geschwindigkeit des Roboters verändern
• Fahrtrichtungen ändern

In dieser Testphase konnten die Teilnehmer*innen gemeinsam und ohne Leistungsdruck ausprobieren, wie Linien gestaltet sein müssen, damit der Roboter ihnen folgen kann. Außerdem testeten sie erste Farbcodes und beobachteten, wie sich die unterschiedlichen Befehle auf das Fahrverhalten des Ozo-Bots auswirken. Wenn ein Code nicht wie erwartet funktionierte, überlegten die Mädchen* gemeinsam, woran es liegen könnte und welche Änderungen helfen würden.

Beim gemeinsamen Mittagessen konnten sich die Teilnehmer*innen entspannen, neue Energie tanken und sich über ihre bisherigen Erfahrungen austauschen. In der Pause entstanden weitere Ideen für die Gestaltung der Roboterstrecke. Das gemeinsame Essen wurde so zu einem wichtigen Teil des Projekttages und bot Raum für Gespräche und Austausch.
Das Ziel des Angebots war es, eine eigene Strecke zu entwickeln und diese kreativ zu gestalten. Der Ozo-Bot sollte dabei verschiedene Stationen besuchen. Als mögliche Themen wurden unter anderem eine Stadt, ein Berg, ein Parkhaus, der Mädchen*treff Leyla und eine Fantasiewelt gesammelt. Zunächst zeichneten die Teilnehmer*innen die benötigten Linien auf ein großes Plakat. Gleichzeitig bastelten andere Mädchen* weitere Materialien, um die Stadt abwechslungsreich und fantasievoll zu gestalten. Anschließend wurden die Farbcodes an den passenden Stellen angebracht und die selbst gebastelten Elemente auf dem Plakat befestigt. So entstand Schritt für Schritt eine gemeinsame Stadt, durch die der Ozo-Bot fahren und verschiedene Stationen besuchen konnte.

An den beiden Projekttagen konnten die Teilnehmer*innen die Welt der Robotik und des Programmierens in ihrem eigenen Tempo kennenlernen. Vorbereitete Fahrstrecken und Materialien erleichterten den Einstieg und gaben ihnen die Möglichkeit, sich zunächst spielerisch an die Technik heranzutasten. Besonders wichtig war das gemeinsame Lernen: Die Teilnehmer*innen halfen sich gegenseitig, entwickelten zusammen Lösungen und unterstützten einander bei der Fehlersuche. Durch die Verbindung von Programmierung und kreativem Gestalten konnten unterschiedliche Interessen und Fähigkeiten eingebracht werden. Das gemeinsame Abschlussprojekt machte den Mädchen* besonders viel Spaß. Sie konnten ihre Ideen kreativ umsetzen und am Ende ein sichtbares Ergebnis betrachten, das sie gemeinsam entwickelt und gestaltet hatten.
