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Verainfacher: KI-Tool für einfache Inhalte

Mittlerweile gibt es viele KI-basierte Übersetzungstools, die versprechen, Texte in schwerer Sprache auf Knopfdruck zu vereinfachen, z. B. in Leichter oder in Einfacher Sprache. Neben kostenpflichtigen Tools – z. B. von Capito, Wortliga oder summ.ai – gibt es jede Menge kostenfreier Tools, die in der Regel auf Chat GPT aufsetzen und mit oder ohne Chat GPT-Konto nutzbar sind. Einige von ihnen haben wir in diesem Beitrag vorgestellt: Leichte und Einfache Sprache: Welchen Beitrag kann KI leisten? Zielgruppe dieser Tools sind in der Regel Menschen, die Inhalte in Leichter oder in Einfacher Sprache für z. B. die Zielgruppe Menschen mit Lernschwierigkeiten bereitstellen. Vor der Veröffentlichung sollte die Vereinfachung geprüft und bei Bedarf bearbeitet werden. 

Das Team von KOPF, HAND, FUSS – die man vom inklusiven Coworking-Spache TUECHTIG in Berlin bzw. von vielen spannenden Projekten rund um Inklusion und digitale Medien kennt – setzt dagegen mit ihrem Projekt Verainfacher bei den Menschen selbst an, die vereinfachte Inhalte benötigen. Diese können sich schwere Inhalte durchaus erarbeiten, wenn sie jemanden haben, den sie fragen können. Das Verständnis der Inhalte erfolgt also im Dialog und im gegenseitigen Austausch: durch Fragen, Erklären, Nachfragen usw. Damit Menschen, die vereinfachte Inhalte benötigen, dabei ein Stück weit selbständiger werden können und nicht immer auf andere angewiesen sind, übersetzt der Verainfacher dieses Prinzip des Austauschs ins Digitale – wie Stefan Friese, Verainfacher-Projektleiter diesen spannenden Ansatz in der Online-Austauschrunde der Stiftung barrierefrei kommunizieren! am 19.05.2026 erklärte. Für inklusive Medienprojekte kann der Vereinfacher ebenfalls gut eingesetzt werden: von Teilnehmenden, die sich Inhalte, Anleitungen und Materialien selbständig erschließen wollen und die Schwierigkeiten mit schwerer Sprache haben, z. B. weil sie Lernschwierigkeiten haben oder eine Sprache noch lernen. Oder man setzt den Vereinfacher im Rahmen von Projekten ein, in denen es um Potenziale von KI-Tools für mehr Barrierefreiheit geht.

So geht’s

Der Verainfacher kann auf zwei Arten verwendet werden – entweder auf einem mobilen Gerät im Browser oder man kann eine Erweiterung im Chrome-Browser installieren. Eine Anleitung für die Installation im Browser gibt es hier. 

  • Man öffnet auf einem mobilen Gerät folgenden Link: www.verainfacher.de.
  • Zunächst müssen die Nutzungsbedingungen mit OK bestätigt werden. Die Kurzfassung ist in einfacher Sprache gehalten (Hinweise zum Datenschutz gibt es in der verlinkten langen Fassung.)
Die Nutzungsbedingungen vom Verainfacher in Einfacher Sprache
  • Dann kann man entweder durch Tippen auf das blaue Kamera-Symbol einen neuen Text fotografieren oder ein Textfoto aus der Galerie hochladen. Man kann auch mehrere Fotos machen. Dann auf „Erklären“ tippen.
Mit dem Vereinfacher fotografierte Textseite, weitere Textseite können hinzugefügt werden.
  • Jetzt wird ein vereinfachter Text angezeigt. Der vereinfachte  Text wird in Abschnitten gegliedert. Zu den Abschnitten können über das Fragezeichen-Symbol Fragen zur Vertiefung gestellt werden. Außerdem werden weitere Fragen zum Text angeboten, über den man sich tiefer mit dem Textinhalt beschäftigen kann. Schwierige Wörter werden identifiziert, für die man sich ebenfalls vereinfachte Erklärungen anzeigen lassen kann.
Vereinfachter Text vom Vereinfacher, gegliedert in Abschnitte mit weiterführenden Fragen und schwierigen Wörtern, die erklärt werden können.
  • Je mehr man sich mit dem Text auseinandersetzt, z. B. durch das Stellen von Fragen, desto mehr Punkte gibt es, was zu einer vertieften Auseinandersetzung motivieren soll. Ein weiteres Gamification-Element ist ein Verständnis-Quiz zum Text.

Wie barrierefrei ist der Verainfacher?

  • Der Verainfacher gibt einen deutlichen Hinweis darauf, dass die Inhalte von einem Computer erstellt wurde, die Vereinfachung Fehler enthalten kann und der Inhalt überprüft werden sollte.
  • Der Verainfacher hat eine Vorlesefunktion integriert, erkennbar am blauen Lautsprecher-Icon. Damit können jedoch nur die vereinfachten Texte vorgelesen werden jedoch NICHT die zusätzlich angebotenen Fragen oder die identifizierten schwierigen Wörter.
  • Falls eine Person gar nicht lesen kann, könnte sie jedoch in diesem Fall die integrierten Vorlesefunktionen ihres Geräts nutzen. Anleitungen zum Einsatz der integrierten Vorlesefunktionen in Geräten gibt es hier:

Bildschirmlupe: Vorlesen und Zoom in Windows
Hören statt lesen: Vorlesefunktionen in Betriebssystemen

  • Tipp: Die Vorlesefunktion kann auch zum Vorlesen der Quiz-Fragen eingesetzt werden!
Quiz vom Vereinfacher: Die Fragen können mit der integrierten Vorlesefunktion vorgelesen werden

Weitere Infos

KI-Übersetzer werden erstellt, indem Sprachmodelle mit z. B. den Regeln für Leichte bzw. Einfache Sprache „gefüttert“ bzw. diese als Promts hinterlegt werden. Die Grundlage beim Verainfacher ist dabei die sogenannte Leichte Sprache Plus, die die Bedürfnisse einer möglichst breiten Zielgruppe im Blick hat und im Gegensatz zur Leichten Sprache nicht auf Fremdwörter und Fachbegriffe verzichtet. (vgl. Christiane Maaß (Universität Hildesheim): DIN/ISO und die leere Mitte zwischen Leichter und Einfacher Sprache: Eine Bestandsaufnahme und ein Plädoyer für die Leichte Sprache Plus). Easy Language Plus hat außerdem nicht soviele Regeln wie Leichte Sprache, so dass KI dies leichter verarbeiten kann. Als Sprachmodell kam aus Datenschutzgründen beim Verainfacher das Sprachmodell Le Chat vom französischen Unternehmen Mistral zum Einsatz.