DGS-Video auf der Startseite von JUUUPort: Erklärung des Angebots in deutscher Gebärdensprache

Inklusive Medienprojekte mit gehörlosen Jugendlichen: JUUU-Sign

Wer überlegt, medienkompetenzfördernde Angebot mit gehörlosen Jugendlichen – mit der Muttersprache DGS – zu gestalten, kommt um das Thema Gebärdensprache nicht herum! Das bedeutet: Es müssen auf jeden Fall DGS-kompetente Personen da sein, die sprachlich vermitteln können – im besten Fall echte DGS-Dolmetschende! – und es braucht medienkompetenz- und bzw. wissensvermittelnde Materialien in DGS.

Warum ist das so und könnte man nicht einfach Live-Untertitel-Tools für die grundlegende Verständigung einsetzen? Für gehörlos geborene Menschen – die nicht mit Cochlear Implantaten primär lautsprachlich sozialisiert aufwachsen – ist Gebärdensprache die Muttersprache. Die deutsche Schriftsprache wird erst in der Schule gelernt wie eine Fremdsprache. Für echte barrierefreie Kommunikation und Wissensvermittlung auf Muttersprachniveau braucht es daher Gebärdensprache, denn Live-Untertitel (Beispiele: Live-Untertitel in iOS, in Windows 11, mit Übersetzungsfunktion in PowerPoint 365) können nicht immer schnell genug erfasst werden bzw. ist deren Qualität nicht ausreichend!

Gerade für „schwierige“ digitale Themen – ob Cybermobbing, problematischer Medienkonsum oder Umgang mit persönlichen Daten im Netz, Sexting oder Cybergrooming – muss es barrierefreie, wissensvermittelnde Angebote geben, um gehörlosen Heranwachsenden die gleichen Infos zu vermitteln wie allen anderen Jugendlichen auch – denn Untersuchungen zeigen, dass Heranwachsende mit Behinderung oder mit Kommunikationsbarrieren stärker von digitaler sexualisierter Gewalt betroffen sind. Hier setzt JUUU-Sign an: Ein Angebot von JUUUPORT e.V., mit dem Ziel deren Beratungsangebote rund um Cybermobbing, Künstliche Intelligenz, Hass im Netz, Sexuelle Belästigung, Cybergrooming, Sexting, Schönheitsideale, Mediensucht, Games, Datenschutz im Netz, Fake News auch in DGS zugänglich zu machen.

Angebote von JUUU-Sign

  • YouTube-Kanal mit DGS-Videos – Themen: Infos zu JUUUPort-Beratungsangeboten in DGS, Infos zu Themen wie Cybermobbing und Sexting.
  • JUUU-Sign Support: Aufbau einer Videoberatung in Deutscher Gebärdensprache
  • Angebot für gebärdensprachkompetente Jugendliche, Teil des ehrenamtlichen JUUU-Sign-Teams zu werden
  • Online-Workshop Lautsprache mit Übersetzung in DGS für hörbeeinträchtigte Heranwachsenden, in denen über JUUUPort, Beratungsangebote und Themen wie Cybermobbing informiert wird.

Weitere Infos in DGS

Übrigens: Die Großschreibung des Wortes „Taub“ (z. B. „Wie inklusiv sind Frauenhäuser für Taube Frauen“, „Pflegegeld für Taubes Kind“?) ist kein Rechtschreibfehler, sondern die aktivistische Selbstbezeichnung als sprachliche Minderheit mit eigener Sprache – die auch auf Diskrminierungserfahrungen als Gebärdensprachnutzende aufmerksam machen will. (Analog der Großschreibung „Schwarzer Menschen“ als politische/soziale Selbstbezeichnung.)

Weitere Infos zu DGS

Gebärdensprache kann auch Teil von inklusiven Medienprojekten sein, z. B. um allgemein rund ums Thema Behinderung zu sensibilisieren. Viele Heranwachsende finden Gebärdensprache spannend – gleichzeitig gibt es wenig Wissen.

  • nicht stumm!: Warum sagt man NICHT taubstumm? Ist Gebärdensprache auf der ganzen Welt gleich? Dürfen Gehörlose Auto oder Fahrrad fahren, wie überleben sie bloß ohne Musik und was soll eigentlich „Audismus“ sein?? Zu Gehörlosigkeit gibt es immer viele Fragen – und oft die gleichen. Die Dauerbrenner-Fragen werden auf dieser Seite komprimiert und spannend beantwortet.
  • Erste Begriff in Gebärdensprache lernen: Duomano (App von manua, für iOS und Android) und Spreadthesign.
  • Die stille Revolution, JOHANNA KUROCZIK, Faz.net (aufgerufen am 20.02.2026): Spannender Artikel, der einen Einblick in die jahrhundertealte Diskriminierung der Gebärdensprache in Deutschland gibt, aus der Benachteiligung gehörloser Menschen resultiert.