Ein Workshop für Eltern
Wie viel Bildschirmzeit ist eigentlich okay? Welche Risiken gibt es im Internet? Und wie können Eltern ihre Kinder mit und ohne Behinderung sicher und kompetent durch die digitale Welt begleiten?
Diese und viele weitere Fragen standen am 21. Oktober im Mittelpunkt eines inklusiven Elternworkshops in der Inklusiven OT Ohmstraße. Acht Eltern von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung kamen zusammen, um sich über die Chancen und Risiken digitaler Mediennutzung zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für den Familienalltag mitzunehmen.
Im Vorfeld hatten sich immer wieder Eltern der Besucherinnen der Inklusiven OT Ohmstraße an die Pädagoginnen gewandt und den Wunsch nach mehr Informationen und Orientierung rund um die digitale Medienwelt ihrer Kinder geäußert. So entstand die Idee eines medienpädagogischen Workshops für Eltern, gefördert über das Netzwerk Inklusion mit Medien.
Im Mittelpunkt standen die Fragen und Erfahrungen der Eltern. Gemeinsam wurde darüber gesprochen, welche Chancen digitale Medien bieten, aber auch, welche Risiken mit ihrer Nutzung verbunden sein können. Themen wie Cybergrooming, Fake News und ein verantwortungsvoller Umgang mit Bildschirmzeiten wurden aufgegriffen und alltagsnah besprochen.
Neben praktischen Tipps zur Mediennutzungszeit erhielten die Teilnehmenden hilfreiche Links und Informationen zu Jugendschutzeinstellungen auf digitalen Endgeräten sowie zu Plattformen, auf denen sie sich über digitale Spiele, deren Inhalte und mögliche Risiken informieren können.

Ein besonderes Augenmerk lag auf der beliebten Spieleplattform Roblox. Schnell stellte sich heraus, dass alle teilnehmenden Eltern Kinder hatten, die Roblox nutzen. Damit war ein gemeinsames Thema gefunden, das viele Fragen und Gesprächsanlässe bot. Ein kurzer Film über mögliche Gefahren durch Cybergrooming auf der Plattform bildete die Grundlage für einen intensiven Austausch. Gemeinsam wurde darüber gesprochen, worauf Eltern achten können und wie sie mit ihren Kindern über deren digitale Erlebnisse ins Gespräch kommen.
Dass Mediennutzung weit mehr bedeutet als Spielen, Videoschauen oder Scrollen, konnten die Eltern anschließend selbst erleben. Mit Apps wie Draw Your Game, Stop Motion Studio, einer Greenscreen-App und iMovie lernten sie kreative Möglichkeiten kennen, digitale Medien aktiv und gestalterisch einzusetzen. Neben der Wissensvermittlung war vor allem eines wichtig: Die Sorgen, Fragen und Unsicherheiten der Eltern wurden ernst genommen. Der Workshop bot Raum für offene Gespräche, persönliche Erfahrungen und den Austausch untereinander, ganz ohne erhobenen Zeigefinger.

Eine teilnehmende Person bedankte sich sinngemäß mit den Worten: „Vielen Dank! Jetzt weiß ich einfach noch einmal viel besser, wo sich meine Kinder im Internet eigentlich so bewegen.“
Eine Mutter berichtete sinngemäß erleichtert: „Ich vergleiche mich oft mit anderen Eltern und frage mich, ob ich bei der Medienzeit alles richtig mache. Eigentlich hatte ich immer das Gefühl, dass eine halbe Stunde Mediennutzung für meine neunjährige Tochter in Ordnung ist. Jetzt gehe ich mit einem viel besseren Gefühl nach Hause.“
Diese Rückmeldungen zeigen, wie wichtig es ist, Eltern nicht nur Informationen an die Hand zu geben, sondern sie auch in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken und ihnen Raum für ihre individuellen Fragen zu bieten.
