„Ich wünsche dir…“

PostkartenAktion im Kinder- und Jugendzentrum Neheim / KiJu Neheim. Von Christina Schroeder

In der Vorweihnachtszeit 2018 fand im KiJu Neheim die „Ich wünsche dir – Woche“ statt. In dieser Woche konnten Kinder und Jugendliche parallel zum Offenen Treff der Einrichtungen an einem inklusiven Medienprojekt teilnehmen und individuelle Postkarten gestalten, die anschließend in einer großen Stückzahl gedruckt wurden.

Zuvor hatten wir – im Anschluss an die Ideen aus dem Nimm!-Coaching, an dem wir vorher teilgenommen haben – an die Durchführung von einem Kalenderprojekt gedacht… Nach einigen Überlegungen wurde dieses Vorhaben nun aber verschoben, da für ein Projekt in diesem Umfang eine intensivere Vor- und Nachbereitung sowie eine konstante Gruppe von Vorteil wären. Außerhalb der Schulferien ist dieses in unserer Einrichtung in der Vorweihnachtszeit aber sehr schwer in die Praxis umzusetzen. So entstand die Idee, stattdessen ein kurzweiligeres Projekt anzugehen und damit eventuell auch mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu erreichen.

Beworben wurde die „Ich wünsche dir – Woche“ anhand von Flyern, im Monatsprogramm der Einrichtung, in der Zeitung und in den sozialen Netzwerken.

In der Aktionswoche konnten alle Kinder und Jugendlichen parallel zum Offenen Treff ihre Ideen entwickeln und gemeinsam in Gruppen oder auch allein verwirklichen. Insgesamt beschäftigten sich 37 Kinder und Jugendliche mit der Gestaltung einer ganz persönlichen Postkarte. Darunter waren unter anderem Kinder und Jugendliche mit sozial-emotionalem Förderbedarf, geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen.

Entstehen sollten die Motive der Postkarten im Fotostudio der Einrichtung. Nachdem Ideen entwickelt und Materialien zusammengetragen wurden, gab es eine Einführung in die Kamera und die Technik der Blitzanlage. Viele Motive entstanden nach durchdachter Planung inklusive Skizzen, andere eher spontan beim fotografieren selbst. Die Kinder und Jugendlichen tauschten sich untereinander aus und halfen sich untereinander beim Basteln, der Umsetzung ihrer Ideen und dem Umgang mit der Technik.

Einem 11jährigen Mädchen war der komplexe Umgang mit der Technik aufgrund ihrer Beeinträchtigungen leider nicht möglich. Stattdessen malte sie ihr Postkartenmotiv auf, welches später digitalisiert wurde. Diese Idee fanden auch andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer so gut, dass weitere Motive handgemalt und eingescannt wurden.

An einem der Nachmittage setzte sich der Trend zu „Weihnachtsmotiven“ durch. Ein Junge aus dem Iran wollte daraufhin ebenfalls eine weihnachtliche Postkarte anfertigen, obwohl er selbst kein Weihnachten feiert. Er wählte als Aufschrift seiner Karte jedoch keinen weihnachtlichen Gruß, sondern die Worte „Ich wünsche dir viel Spaß“ – da in seinen Augen Weihnachten auch mit einem anderen Glauben Spaß machen kann.

Die gedruckten Karten wurden nach der Fertigstellung an die Kinder und Jugendlichen verteilt. Eine Gruppe jugendlicher Mädchen, die unser Haus sehr häufig besuchen, kam die Idee, weitere der Postkarten drucken zu lassen und sie zugunsten von unserem Patenkind in Uganda zu verkaufen.

Dieser Idee sind wir nach Absprache mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern nachgekommen.

Kommentare sind geschlossen.