In inklusiven Medienprojekten sind oft Teilnehmende aus dem neurodiversen Spektrum. Dazu gehören z. B. autistische Jugendliche oder solche mit ADS, ADHS und Legasthenie. Für diese Zielgruppe können offene Projekte zu überfordernd oder auch zu chaotisch sein, was als stressig und reizüberflutend empfunden werden kann. Manchmal gibt es auch Hürden beim Lesen „zwischen den Zeilen“ und Erfassen, wie etwas gemeint ist. Kann KI vielleicht auch dabei helfen, dieser Zielgruppe gerecht(er) zu werden und inklusive Medienprojekte neurodivers-freundlich zu gestalten?
Um das herauszufinden, kann man ein Tool testen, welches uns neulich auf einer Veranstaltung über dem Weg gelaufen ist: Goblin-Tools, laut Selbstbeschreibung „Eine Sammlung kleiner, einfacher Werkzeuge, für wenn Dinge zu groß oder kompliziert erscheinen“. Die getestete Browser-Anwendung ist kostenfrei, außerdem gibt es Apps für Android (3,59 Euro) und iOS (2,99).-
(Nicht nur) Neurodiversen Personen hilft eine gute Strukturierung eines Angebots in kleinen Schritt-für-Schritt-To-Do-Anleitungen, aber auch eine klare zeitliche Strukturierung mit der Angabe, wie lange eine Aktion dauert. Dabei helfen die folgenden Goblin Tools:
Magischer To-Do – To-Do-Punkte aufschlüsseln
Compiler – Einen Braindump in Aktionen umwandeln
Schätzer – Die Zeitspanne einer Aktivität schätzen
Um Missverständnisse beim Senden und Empfangen von Informationen zu vermeiden, kann man nutzen:
Formalizer – Verwandelt chaotische Gedanken in elegante oder umgekehrt: Ein assistives Schreibtool, um Infos in einem gewünschten Stil zu verfassen.
Richter – Verstehe ich den Ton falsch?: Das Tool interpretiert schriftliche Infos (z. B. E-Mails) auf ihre Intention hin und schlägt angemessene Antworten vor.
Der „Richter“ lässt sich natürlich auch sehr gut in thematisch orientierten Medienprojekten rund ums Thema „Emotionen“ einsetzen. Weitere Aktionen könnten hier sein: Emotionen mit Emojis und Filmszenen einschätzen. Das Tool „Der Koch – Was esse ich zu Mittag?“ erstellt Rezepte, wenn man die vorhandenen Zutaten eingibt und ggf. weitere Infos, wie Ernährungsbeschränkungen, verfügbare Zeit, vorhandene Geräte usw. – und kann bestimmt gut genutzt werden in Kochbuch-Foto-Projekten!
Man kann auch die integrierte Spracheingabe nutzen bei der Eingabe seiner Informationen und einige der Tools sind miteinander verknüpft – so kann man z. B. beim „Koch“ seine Zutaten eingeben und das Rezept dann noch an den „Magischen To Do“ schicken:

Die Goblin Tools sind mehreren Sprachen verfügbar. Wie bei allen KI-Tools gilt: Die Ergebnisse nicht unkritisch 1:1 übernehmen, sondern prüfen!
