STRONG – Stark gegen Online-Gewalt und Cybergrooming

Logo in Orange STRONG – Stark gegen Online-Gewalt und Cybergrooming

Wie können wir mit Jugendlichen über Cybergrooming, Grenzüberschreitungen und sexualisierte Gewalt im digitalen Raum sprechen – und zwar so, dass möglichst viele junge Menschen erreicht werden?

STRONG – Stark gegen Online-Gewalt und Cybergrooming ist ein Netzwerkprojekt der AJS NRW. Mit einem ganzheitlichen Ansatz verbindet das Projekt inklusive Medienarbeit und sexuelle Bildung, um Kinder und Jugendliche im Umgang mit sexualisierter Gewalt im digitalen Raum zu stärken. Gleichzeitig werden Fachkräfte und Eltern sensibilisiert und dabei unterstützt, junge Menschen sicher und selbstbestimmt in ihren digitalen Lebenswelten zu begleiten.

Dabei setzt STRONG auf Empowerment statt Angstmache: Junge Menschen sollen für Risiken sensibilisiert, in ihrer Selbstbestimmung gestärkt und dazu befähigt werden, eigene Grenzen und die anderer wahrzunehmen und zu respektieren. Ein besonderer Fokus liegt auf inklusiven und niedrigschwelligen Zugängen, damit auch junge Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Unterstützungsbedarfen erreicht werden.

Die LAG Lokale Medienarbeit NRW e. V. beteiligt sich seit Beginn als Kooperationspartnerin am Projekt STRONG und bringt insbesondere die Perspektive der Inklusiven Medienarbeit ein. Gemeinsam mit dem Netzwerk Inklusion mit Medien – nimm! entstanden verschiedene Angebote, die Prävention mit praktischer Medienarbeit verbinden.

Dazu gehören ein Online-Fachkräfte-Workshop, der nimm!-Praxistag 5 Stunden für Inklusion, die Entwicklung von sechs Methodenkarten für die Offene Kinder- und Jugendarbeit sowie die praktische Erprobung ausgewählter Methoden mit Jugendlichen.

Online-Fachkräfte-Workshop

Den Auftakt der Kooperation bildete am 9. Dezember 2025 ein Online-Fachkräfte-Workshop mit rund 500 Teilnehmenden. Gemeinsam mit der AJS NRW thematisierte nimm! Cybergrooming aus einer inklusiven Perspektive und stellte Ansätze vor, wie Präventionsarbeit verständlich, barrierearm und empowernd gestaltet werden kann. 

Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, wie Fachkräfte auch sensible Themen so aufgreifen können, dass Jugendliche mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Unterstützungsbedarfen erreicht und in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt werden. 

Weitere Informationen finden Sie im Projektbericht zum Online-Fachkräfte-Workshop sowie auf der Projektwebseite von STRONG NRW.

nimm!-Praxistag – 5 Stunden für Inklusion

Wie inklusive Prävention praktisch aussehen kann, wurde beim dritten nimm!-Praxistag 5 Stunden für Inklusion am 11. März 2026 in der Inklusiven OT Ohmstraße in Köln-Porz deutlich. 

Fachkräfte aus Jugendhilfe, Jugendarbeit und Medienpädagogik setzten sich mit Cybergrooming und Prävention, KI und Desinformation, Barrierefreiheit, inklusivem Storytelling und Gaming auseinander. Dabei stand vor allem das Ausprobieren im Mittelpunkt: Methoden kennenlernen, selbst testen und Ideen für die eigene pädagogische Praxis mitnehmen. 

Mehr dazu im Bericht zum nimm!-Praxistag 2026.

Von der Idee zur Methode

In Kooperation mit STRONG entwickelten Bianca Rilinger und Melanie Leusch sechs Methodenkarten für die Offene Kinder- und Jugendarbeit. Sie verbinden Themen wie Grenzen, Konsens, Flirten, Rollenbilder und Selbstschutz mit kreativer und inklusiver Medienarbeit.

Mal geht es darum, digitale Komplimente und Kontaktaufnahmen genauer unter die Lupe zu nehmen: Was ist okay und wo werden Grenzen überschritten? Bei Lasst mal reden über … kommen Jugendliche über interaktive Fragen zu Liebe, Sexualität und Konsens miteinander ins Gespräch. Jüngere Teilnehmende entwickeln als Superhelden im Netz eigene Strategien für schwierige Situationen auf Social Media.

Andere Methoden nehmen Rollenbilder und gesellschaftliche Erwartungen in den Blick. Was bedeutet es eigentlich, ein Junge oder Mann zu sein? Welche Bilder begegnen uns auf Social Media? Und wie möchte ich selbst später leben? Über kreative Aufgaben, Perspektivwechsel und Rollenspiele entstehen Räume, in denen Jugendliche eigene Vorstellungen hinterfragen und unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten ausprobieren können.

Was alle Methoden verbindet: kein erhobener Zeigefinger. Stattdessen geht es ums Ausprobieren, Diskutieren, Reflektieren und Gestalten – mit unterschiedlichen Zugängen und möglichst viel Raum für die Perspektiven der Jugendlichen.

Ab in die Praxis: Jugendworkshops

Im Herbst 2026 wurden Teile der Methoden in einem zweitägigen, über STRONG geförderten Jungenworkshop in der Inklusiven OT Ohmstraße praktisch erprobt.

Die Jugendlichen beschäftigten sich mit dem Junge- und Mannsein sowie mit Flirten, Liebe und Sexualität. Dabei konnten sie eigene Erfahrungen und Vorstellungen einbringen, miteinander diskutieren und sich kreativ mit Rollenbildern und einem respektvollen Umgang im digitalen Raum auseinandersetzen.

Mehr dazu im Bericht zu den Jugendworkshops im Projekt STRONG.

Kind hält ausgedruckte Instagram-Posts mit einem Foto eines Mädchens und einem Chatverlauf mit blauen und grauen Sprechblasen sowie einem gelben traurigen Emoji.

Methodenkarten für die Praxis

Von der Fachkräftequalifizierung über die Entwicklung neuer Methoden bis zur direkten Arbeit mit Jugendlichen: Die verschiedenen Angebote zeigen, wie inklusive Medienarbeit und Prävention zusammengedacht werden können.

Neugierig geworden? Die sechs Methodenkarten mit ausführlichen Beschreibungen, Materialien und Hinweisen zur Durchführung erscheinen in Kürze und werden dann hier bei nimm! zu finden sein.