Die Personas der Plattform BlindDate: Maxi (Psychische Erkrankung), Michelle (Chronische Erkrankung), Aleksandr (Autismus-Spektrum-Störung), Hannah (Hörbehinderung), Kilian (Motorische Beeinträchtigung), Gabriel (Sehbeeinträchtigung); Faiza (Pflegeverantwortung), Oliver (Teilleistungsstörung)

Barrierefreies BlindDate: Inklusive Bedarfe kennenlernen

Wer inklusiv arbeiten will, fragt sich oft: Mit welchen Bedarfen bin ich dabei möglicherweise konfrontiert? Was bedeutet das für das inklusive Projekt und wie kann ich verschiedene Bedarfe im Projekt berücksichtigen? Wer sich diese Fragen stellt und noch wenig Erfahrung hat, kann zur Vorbereitung und zur Sensibilisierung gut die Plattform Barrierefreies BlindDate nutzen. Die Plattform ist entstanden im Rahmen des Projekts SHUFFLE. SHUFFLE entwickelte verschiedene Angebote, um die barrierefreie Lehre an Hochschulen zu unterstützen. Die Projektergebnisse sind aber genauso gut auf andere Kontexte übertragbar.

Auf Barrierefreies BlindDate werden anhand von Personas Informationen zu verschiedenen Bedürfnissen vermittelt: Maxi (Psychische Erkrankung), Michelle (Chronische Erkrankung), Aleksandr (Autismus-Spektrum-Störung), Hannah (Hörbehinderung), Kilian (Motorische Beeinträchtigung), Gabriel (Sehbeeinträchtigung); Faiza (Pflegeverantwortung), Oliver (Teilleistungsstörung). Das Besondere dabei: Es geht nicht „nur“ um „klassische“ Behinderungen, wie Seh- und Hörbehinderung, sondern es werden auch unsichtbare Einschränkungen, wie chronische und psychische Erkrankungen oder auch Aspekte wie Pflegeverantwortung in den Blick genommen: All dies kann mit Einschränkungen verbunden sein, die sich auf die Teilhabe auswirken.

Anhand der Personas wird anschaulich illustriert, was die Person ausmacht, wie eine typische Woche mit der Einschränkung aussieht und wie sich diese auf das Verhalten in Veranstaltungen auswirken kann – dabei wird auch gezeigt, was nicht auf dem ersten Blick sichtbar ist. Am Beispiel von Michelle beispielsweise wird gezeigt, dass sie einerseits aufgrund einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen auf ein WC in der Nähe angewiesen ist und andererseits mit ihren Kräften haushalten muss.

Zu den Personas gibt es Informationen zu folgenden Punkten:

  • Über mich
  • Allgemeine Informationen
  • Lehrveranstaltungen
    Lernmaterial
  • Fragen an …
  • Interaktion und Kommunikation
  • Eine Woche im Leben von …
  • Prüfungen
    Weitere Informationen

Am Ende jeder Persona gibt es den Selbstcheck Barrierefreiheit – hier wird kurz und anschaulich aufgezeigt, was man selbst tun kann, um einer Person mit entsprechenden Bedarfen entgegen zu kommen – hier am Beispiel von Aleksandr mit Autismus-Spektrums-Störung

  • Ich signalisiere Offenheit, indem ich meine Bereitschaft zur individuellen Unterstützung betone, aber vermeide es, Studierende zur Offenlegung persönlicher Informationen zu drängen.
  • Ich mache transparent, welche Komponenten meiner Lehrveranstaltung bewertet werden und welche nicht (Bspw. mündliche Teilnahme und Gruppensituation).
  • Ich erlaube die Nutzung von Kopfhörern oder Fidget Toys in meinen Veranstaltungen.
  • Ich achte auf eine möglichst reizarme Umgebung in meinen Veranstaltungen (keine Störgeräusche, blinkende Lichter etc.).
  • Ich stelle den Studierenden frei, ob sie Aufgaben in Gruppen oder einzeln bearbeiten.
  • Ich verfasse verständliche und eindeutige Aufgabenstellungen.
  • Ich verweise auf Unterstützungsmöglichkeiten oder Studierendengruppen zum Austausch, z.B. auf meinen Veranstaltungsfolien.