Bildschirmfoto StopMotion App: Gebastelter Fisch mit Sprechblase "Aaaah"

Speed-Zeichnen: Einsteigen ins Trickfilmprojekt

Trickfilme sind immer beliebte Medienprojekte, die sich auch hervorragend für inklusive Settings eignen: Die Durchführung ist einfach und niedrigschwellig und es gibt jede Menge Rollen und Fähigkeiten, die benötigt werden, um einen Trickfilm umzusetzen. So ist für jede*n etwas dabei. Die „Protagonisten“ können sehr unterschiedlich sein – ob Playmobil-Figur und selbst gezeichnete Darsteller. Selbst gezeichnete Figuren eignen sich auch gut für die Legetrick-Methode. Dabei wird von oben gefilmt, idealerweise in einer Trickfilmbox: Eine Kiste mit Loch oben, auf die das Tablet gelegt ist und die die Bühne gut ausleuchtet.

Viele Handzeichnungen eines Hundes

Soweit, so gut. Aber wie kommt man dahin? Schließlich muss man sich noch Protagonisten, eine Geschichte, Szenen usw. Damit man nicht nur in Fragezeichen-Gesichter schaut oder unkoordiniertes Kreativchaos bewältigen muss, lohnt es sich methodisch an die Sache heranzugehen, und z. B. mit Storytelling-Methoden in den kreativen Prozess einzusteigen. Ein Handout mit verschiedenen Storytelling-Methoden gibt es hier: Geschichten erzählen mit Apps

Eine andere Methoden für den Einstieg, die gleichzeitig das Handgelenk lockert und beim Protagonisten-Zeichnen aktivieren kann, ist das Speed-Zeichnen! Außerdem macht sie Spaß und sorgt für gute Stimme. Das perfekte Warm-Up für das Trickfilm-Projekt. So geht’s:

Viele Handzeichnungen eines Flamingos
  • Die Teilnehmenden erhalten jeder einen (Blei-) Stift und ein A4-Blatt mit der Aufgaben, es so zu falten und zu falzen, dass das Papier vorsichtig in 4 gleiche große Stücke gerissen (bei Bedarf geschnitten) werden kann.
  • Die Spielleitung stellt einen Timer (z. B. auf 30 Sekunden) und bittet die Gruppe innerhalb dieser Zeit ein Tier zu zeichnen. Auf das Startsignal wird das Tier genannt und der Timer gestartet. Die Timer-Länge kann natürlich angepasst werden, wichtig ist aber, dass die Zeit nicht zu lang wird – die Zeichnenden sollen spontan agieren und nicht zu lange nachdenken – sie müssen das Tier also gedanklich auf wenige, für ihn wesentliche Elemente reduzieren, um die Zeichnung in der vorgegebenen Zeit zu schaffen.
  • Dann werden die Zeichnungen vom Spieleleiter eingesammelt und entweder an ein Pinnwand geheftet oder gemeinsam auf dem Boden gelegt.
  • Die Teilnehmenden bekommen jetzt Gelegenheit einen Favoriten zu küren – der Zeichner der favorisierten Zeichnung wird jetzt zur Spielleitung und muss sich jetzt ein neues Tier ausdenken usw.
  • Der Reiz der Methode ist, dass es spannend ist, zu vergleichen, welche Möglichkeiten es gibt, eine Tierfigur zeichnerisch auf wesentliche, aber auch unterschiedliche Merkmale zu reduzieren. Das Prinzip lässt sich natürlich auch auf andere Figuren übertragen. Aber vielleicht ist bereits der Protagonist für den eigenen Film schon dabei ? Dann kann natürlich mit der Figur auch direkt gleich weitergearbeitet werden!
Viele Handzeichnungen eines Affen