Zwei Personen schauen auf ein projiziertes TikTok-Video an der Wand

TikTok & KI

Ein Praxisbericht von Melanie Leusch

In der Inklusiven OT Ohmstraße fand ein Medienworkshop zum Thema TikTok und Künstliche Intelligenz (KI) statt. Insgesamt nahmen sieben Jugendliche mit und ohne Behinderungen an dem Workshop teil.

Zum Einstieg saßen alle Jugendlichen gemeinsam im Kreis. Beim Kennenlernspiel „Eine Wahrheiten und eine Lüge“ stellte sich jede Person vor und erzählte eine wahre Sache und eine Lüge über sich. Die Gruppe versuchte zu erraten, was die Wahrheit war. Schnell wurde deutlich, wie leicht man sich täuschen lassen kann und wie sich das anfühlt. Dieser spielerische Einstieg diente als seichter Übergang zum Thema Fake News und manipulierte Inhalte. Marc hielt dabei fest: „Ich war mir richtig sicher und dann war es doch gelogen.“

Drei Jugendliche schauen auf ein Tablet

Im Anschluss arbeiteten die Jugendlichen in Kleingruppen. Jede Gruppe suchte vier TikTok-Videos heraus: zwei echte und zwei gefälschte bzw. mit KI erstellte Videos. Diese wurden anschließend gemeinsam besprochen. Dabei wurde schnell sichtbar, wie unterschiedlich die Jugendlichen sich auf TikTok bewegen und in welchen Bubbles sie unterwegs sind. Besonders auffällig war, dass menschenverachtende Inhalte in einigen Videos durch KI oder humorvolle Darstellungen verharmlost oder als „witzig“ inszeniert wurden. Dies führte zu intensiven Gesprächen in der Gruppe: Was bedeutet das für Menschen, die solche Videos sehen? Was passiert, wenn Inhalte weitergeleitet werden oder über Hashtags immer mehr Menschen erreichen – besonders solche, die Dinge schnell glauben oder nicht weiter hinterfragen? Leo fasste es für die Gruppe gut zusammen: „Wenn man das oft sieht, denkt man irgendwann, das ist normal.“

An mehreren Stellen waren sich die Jugendlichen selbst nicht sicher, ob Videos echt oder gefälscht waren. Gemeinsam recherchierten sie, ob die gezeigten Inhalte tatsächlich passiert sein könnten. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, Informationen zu prüfen und mehrere Quellen zu nutzen.

Alle Ergebnisse, Gedanken und Beobachtungen wurden von den Jugendlichen festgehalten und anschließend im BookCreator dokumentiert.

Ein Jugendlicher probiert Gemini aus

Auf Initiative von Leo wurde KI im Workshop nicht nur kritisch betrachtet, sondern auch kreativ genutzt. Die Jugendlichen probierten z.B. aus, wie KI Stimmen erzeugen kann, um sich Inhalte erzählen zu lassen, oder wie man damit ein cooles Video gestalten kann. So wurde deutlich, dass KI nicht nur Risiken birgt, sondern auch kreativ, unterstützend und sinnvoll eingesetzt werden kann.

Der Workshop bot viel Raum für Austausch, Reflexion und gemeinsames Lernen. Ziel war es, die Jugendlichen für digitale Inhalte zu sensibilisieren, ihre Medienkompetenz zu stärken und ihnen Sicherheit im Umgang mit TikTok und KI zu vermitteln.