Apps und Co. für mehr Inklusion (in der Medienarbeit)

Siri Sprachassistent für iPadTablets und Smartphones lassen sich mit einer Vielzahl von Apps an individuelle Bedarfe anpassen:

  • Apps können die Bedienung erleichtern und die Zugänglichkeit zu digitalen Inhalten verbessern (z. B. bei motorischen Behinderungen, Lernschwierigkeiten etc.).
  • Apps können Tablets zu einer Kommunikationshilfe für Menschen ohne verständliche Lautsprache umwandeln.
  • Apps können bei Sinnesbehinderungen (Seh- und Hörbehinderungen) wertvolle Hilfe in Sachen Kommunikation, Informationsbeschaffung, Mobilität, Alltag etc. leisten.
  • Apps können Kompetenzen fördern (Ursache-Wirkung, Lesen, Schreiben, Sprache, Rechnen, Konzentration, Aufmerksamkeit, Wahrnehmung…).
  • Apps ermöglichen Spiel und Spaß für Alle.
  • Apps können in inklusiven Medienprojekten eingesetzt werden, da sie oftmals sehr leicht zu bedienen bzw. kombiniert mit anderen unterstützenden Technologien bedienbar sind.

Auf dem ersten Blick ist es aufgrund der Fülle an Apps gar nicht so einfach, sich einen Weg durch den „App-Dschungel“ zu bahnen, daher lohnt sich es sich, sich zunächst mit diversen Blogs und Seiten zu beschäftigen, die Apps für besondere Bedürfnisse recherchiert und getestet haben.

PS: Die unten aufgeführten Apps sind als BEISPIELE für bestimmte Anwendungsbereiche zu verstehen, die Apps abdecken können. Für freuen uns über weitere App-Tipps!

App-Tests und Link-Tipps

UK App Blog: Blog von Igor Krstoski. Sehr umfangreiche Infos rund um Tablets und Apps für die Unterstützte Kommunikation (UK). Dazu gehören: symbol- und textorientierte Apps für die Unterstützte Kommunikation für Menschen ohne (verständliche) Lautsprache, aber auch Apps, die Fähigkeiten fördern, z. B. im Erkennen von Ursache und Wirkung, emotional-soziale Fähigkeiten und Abläufe (für Menschen mit Autismus), Deutsch und Mathematik, Spiele, die für Taster zugänglich sind. Außerdem wird über Hüllen für das iPad und Ansteuerungsmöglichkeiten, z. B. mit dem Taster oder einem Stylus-Stift informiert.

App-Tipps von LIFEtool: Hier werden nicht nur Apps empfohlen, sondern auch Tipps für die Anwendung gegeben. Die Artikel lassen sich filtern nach den Themen: Frühförderung, Unterstützte Kommunikation, iPad, Android, Microsoft Windows, iPad Zubehör, Rechnen, Lesen/Literacy, Touch-Bedienung erlenen, Spielen, Alltag.

„Smarte Augen“: Heise-Artikel mit App-Tipps für Blinde und Sehbehinderte

Ein Helfer für die Hosentasche – Smartphones für Blinde: taz-Artikel, der das Potenzial von iPhones für Blinde aufzeigt, aber auch die Grenzen und Probleme nicht verschweigt

Apps für Menschen mit Behinderung: Überblicks-Artikel auf REHADAT

KuUBuS-AppCenter: „KuUBuS“ steht für Kommunikation und Unterhaltung für Blinde und Sehbehinderte. Im AppCenter werden iOS-Apps gesammelt, die für Blinde zugänglich, d. h. mittels VoiceOver bedienbar sind.

HelpKidsLearn: Kinder-Apps von Inclusive Technology. Die Apps sind tasterbedienbar, fördern die Wahrnehmung und das Erkennen von Ursache und sind durch ihre kontraststarke visuelle Gestaltung auch bei Sehbehinderungen und Wahrnehmungsstörungen geeignet. Einige der Apps stehen auch als Browser-Spiele zur Verfügung.

Apps für Menschen mit Sinnesbehinderung

GRETA und STARKS: Kino barrierefrei erleben. Filme, die in der Datenbank von Greta & Starks sind, können im Kino über Tablet mit Untertitel (App STARKS) oder Audiodeskription (App GRETA) gesehen werden. Test-Bericht zu STARKS auf Taubenschlag.de. (kostenlos, für Android und iOS)

SPREADTHESIGN: kostenloses Gebärden-Lexikon in zahlreichen Sprachen. (für Android und iOS)

Be my Eyes: Blinde fotografieren einen Gegenstand, sehende freiwillige Helfer beschreiben, was zu sehen ist. In den Einstellungen kann die Sprache angegeben werden, die man beherrscht. SPIEGEL-Bericht inklusive App-Test. (für iOS, Version für Android in Planung)

KNFB Reader: Texterkenner-App (Alternativen: Textgrabber und Prizmo). Umfangreicher Test-Bericht auf INCOBS. (für iOS)

Color Visor: Farberkenner-App für das Erkennen von Farben auf Gegenständen und auf Fotos. (für iOS)

Blindsquare: Navigations-App für blinde Menschen. Diese und weitere Navigations-Apps im Test auf INCOB. (für iOS)

Apps zum Auffinden barrierefreier Ort – Mobilität und Reisen

Wheelmap: Bekannte App zum Finden und Eintragen barrierefreier Orte. Die hinter dem Projekt stehenden Sozialhelden e.V. haben weitere Projekte initiiert wie z. B. Leidmedien, Brokenlifts etc. Die Wheelmap-App lässt sich auch sehr gut in (Medien-) Projekte integrieren, der Verein stellt dafür (kostenfrei) Materialien zur Verfügung. (für iOS und Android)

Mit DGS durch Berlin: Berlin-Reiseführer in Gebärdensprache. Neben den üblichen Hotspots werden Orte vorgestellt, die für Gehörlose von besonderen Interesse sein können. (für iOS und Android)

Ein- und Ausgabehilfen

Swype: Bekannte Bildschirmtastatur nach dem Prinzip „Wischen statt Tippen“. Die Tastatur analysiert den kompletten Satz, kennzeichnet mögliche Fehler zur schnellen Korrektur und schließt Empfehlungen für die wahrscheinlichsten Eingaben ein. Falsche Tastanschläge oder Vorbei-Wischen werden ignoriert und das wahrscheinlichste Wort errechnet und geschrieben. Dieses Eingabeverfahren ist bei motorischen Einschränkungen hilfreich. Die integrierte Spracherkennungsfunktion Dragon Dictation wandelt durch einfaches Bestätigen der Dragon-Taste Spracheingabe in Text um. Die Sprachdaten werden bei bestehender Internetverbindung an einen Server übertragen, dort verarbeitet und das Ergebnis an das Endgerät zurückgemeldet. Die Bildschirmtastatur ist verfügbar in 36 Sprachen. (für iOS, Android und Symbian)

Dasher: Dasher ist eine Bildschirmtastatur, die man mit nur einem Finger bedient. Man zieht mit dem Finger den Cursor auf die gewünschten Buchstaben. Je näher der Finger am Cursor ist, desto langsamer bewegt dieser sich. Es bestehen auch andere Möglichkeiten den Cursor zu steuern, wie z. B. mit einer Mundmaus oder einer Augensteuerung. Auf Algorythmen basierend, nutzt es ein wahrscheinlichkeitsbasiertes Vorhersagemodell, um wahrscheinlichere Zeichenkombinationen in der Vordergrund zu stellen. Die wahrscheinlichsten Buchstabenkombinationen werden dann größer angezeigt, um schneller erreicht werden zu können. Für die Bedienung der Dasher-Tastatur ist Übung notwendig, da die Tastatur auf den ersten Blick unübersichtlich scheint. Die Geschwindigkeit des Cursors ist individuell einstellbar. Allerdings ist die Tastatur für Menschen mit einer Sehschwäche und schwachen kognitiven Fähigkeiten ungeeignet, da man ein gutes Reaktionsvermögen braucht. Aus diesem Grund ist die Tastatur auch eher für ein Tablet, anstelle eines Smartphones, zu empfehlen. Dasher ist eine freie Software und gibt es für Android, Windows und Linux. Weitere Infos zu Dasher bei Kommhelp, Barrierekompass und auf der Projektwebseite.

vBookz Voice Readers: E-Book-Reader, der vBookz PDF-Reader liest PDF-Dokumente vor und kann so eine nützliche Hilfe für Menschen mit Sehbehinderung bzw. Lernschwierigkeiten darstellen. vBookz PDF-Reader im Test.

Apps für die Unterstützte Kommunikation (UK)

Unterstützte Kommunikation für nicht-sprechende Menschen ist ein weites Feld: es reicht von Gebärden über einfache Symbol-Kommunikation bis hin zur komplexen symbol- bzw. textbasierten Kommunikation. Einen guten Überblick über Apps aus diesem Bereich bietet der UK-App-Blog.

Let me talk: Nicht-kommerzielle, d. h. kostenfreie Kommunikations-App, die Doreen Kröber für ihren autistischen Sohn entwickelt hat. Let me talk im Test. (für iOS und Android)

Type & Speak: Einfache schriftbasierte Kommunikations-App: Einfach eintippen, was man sagen will und das Handy für sich sprechen lassen. Type & Speak im Test. (für Android)

iPicto: Symbolsammlung, die bei der Kommunikation unterstützen kann, insbesondere bei Personen, die nur vorübergehend in der Sprechfähigkeit eingeschränkt sind oder zu Sensibilisierungszwecken. Weitere Infos zu iPicto.

Abilipad: App, mit der sich beliebige Tastatur-Layouts erstellen lassen, z. B. auch mit Bildern, kombiniert mit einer Vorlesefunktion. Daher ist diese App umfangreich einsetzbar für Lernen und Kommunikation. Beispiele für Gestaltungsmöglichkeiten (für iOS)

Audio-Games (Spiele, die sich nach Gehör spielen lassen)

MouseKick: Spiel, das sowohl sehend als auch im Blind-Modus (Kopfhörer!) gespielt werden kann. (für iOS)
BlindSide: Audio-Adventure.
Audio Invaders: Audio-Game, angelehnt an Space Invaders.

Apps für die Medienarbeit

ActionBound: Beliebte App zum Erstellen interaktiver Stadt-Rallyes und Schnitzeljagden, kombiniert mit Medieninhalten. Auch für inklusive Projekte gut geeignet. Beispiel: Projektbericht von mobil+stark: Handy-Rallye durch Bad Kreuznach.
Stop Motion Maker: Brauchbares Tool für die einfache Trickfilmerstellung. (kostenlos, für Android)
iMovie: App für die Videobearbeitung. Als „Apple-Produkt“ kompatibel mit allen in Apple-Produkte integrierten Bedienungshilfen. (für iOS)
VideoEdit: Kostenfreies Videobearbeitungsprogramm für Android, etwas geringerer Funktionsumfang als iMovie – aber weniger muss ja nicht immer ein Nachteil sein.