Weiterbildung Inklusive Medienpädagogik 2014 – Wer macht mit und warum? Teil II: Julia Behr, Haus Neuland e.V.

Julia BehrJulia Behr, Medienpädagogin von Haus Neuland e. V. aus Bielefeld ist ebenfalls beim Weiterbildungsdurchgang 2014 dabei. Nach Mona Kheir El Din vom Bonner Verein FIBB e. V. beantwortet sie unsere Fragen. Die politische Debatte um “Inklusion” wirke eher abschreckend und die Verengung auf Menschen mit Behinderung würde dem Konzept, von dem letztlich alle profitieren, nicht gerecht. Julia wünscht sich vor allem eins: Dass man irgendwann nicht mehr über “Inklusion” reden muss, sondern dass sie selbstverständlich ist!

Wer bist du? (und wenn ja wieviele?) :-)

Mein Name ist Julia Behr, aber seit 20 Jahren höre ich fast nur noch auf „Jule“. Ich bin 33 Jahre, überzeugte Berlinerin, lebe aber derzeit nach verschiedenen anderen Stationen berufsbedingt in Bielefeld.

Dein Motto?

Mein Lebensmotto könnte so lauten: Es kommt wie es kommt… also genieße, was du hast.

Welchen beruflichen bzw. projektemäßigen Hintergrund hast du?

Endlich darf ich Vollzeit als Medienpädagogin arbeiten – seit März 2013 im Projekt „Jugend, Medien, Partizipation“ im Haus Neuland in Bielefeld. Dort habe ich mit allen möglichen nicht nur jugendlichen Zielgruppen zu tun. Wir fördern Medienkompetenz besonders im Bereich der digitalen Medien und in Zusammenhang mit politischer Bildung.

Wo siehst du deinen gegenwärtigen Erfahrungsschwerpunkt – Auf der Seite der Medien, der Menschen mit Behinderung oder ganz wo anders?

Ganz klar habe ich vor allem Erfahrung im Bereich Medienbildung – mit Medienarten verschiedener Art (Audio, Film, Foto, digitale Medien).

Welche Visionen hast du in Bezug auf eine inklusive Gesellschaft?

Ich wünsche mir, dass man nicht immer wieder darüber nachdenken und diskutieren muss, dass jeder Mensch Teil der Gesellschaft ist, sondern dass wir das alle selbstverständlich leben.

Welchen Beitrag können deiner Meinung nach Medien leisten, Inklusion voranzubringen? Und warum?

Medien sind ein tolles Mittel zur Kommunikation zwischen Menschen. Wenn nötig helfen sie, vorhandene Barrieren zu überwinden, ohne dass Unterschiede zwischen den Menschen zum Problem werden.

Wo liegen deiner Meinung nach „die Grenzen der Inklusion“? Können auch Medien eher kontraproduktiv wirken in Bezug auf eine inklusive Gesellschaft? Was siehst du noch kritisch und kontrovers?

Das mediale Bild, das uns von Gesellschaft vermittelt wird, trägt seinen Teil dazu bei, dass Vorurteile gefestigt werden. Entsprechend muss hier gegengesteuert werden.
Mein größtes Problem mit dem Begriff „Inklusion“ ist die politische Aufladung und der Diskurs der vergangenen Jahre. Das hat viele Menschen abgeschreckt – auch mich. Dabei sollte Inklusion ganz natürlich sein.

Gibt es ein „Schlüsselerlebnis“ in deiner Biografie, das dich dazu motiviert, dich mit dem Thema Inklusion auseinanderzusetzen?

Ich habe in letzter Zeit beruflich regelmäßig mit sogenannten Minderheiten zu tun, die mir gezeigt haben, dass Inklusion nicht nur behinderte Menschen betrifft. Viele Menschen würden von einer „inklusiveren Gesellschaft“ profitieren.

Was hat dich dazu motiviert, an der Weiterbildung teilzunehmen?

Medienbildung gehört zur Persönlichkeitsbildung eines jeden Menschen. Und Medien ermöglichen vielen Menschen den Zugang zur Gesellschaft. Daher ist es für mich als Medienpädagogin selbstverständlich zu wissen, wie ich diesen Zugang mittels Medien für alle optimieren kann.

Wie erlebst du die Weiterbildung zum jetzigen Zeitpunkt – Inhalte, Leute, Dozenten?

Ich habe das Gefühl, die Gruppe der Teilnehmenden passt unheimlich gut zusammen. Wir verstehen uns untereinander sehr gut. Jeder ist anders und bringt etwas mit, von dem alle profitieren können. Schon jetzt konnte ich Berührungsängste zu Menschen mit Behinderungen abbauen. Die Inhalte der Fortbildung gefallen mir gut.

Hast du bereits eine Projektidee?

Im Moment schwirren mir mehrere Ideen durch den Kopf, die ich noch konkretisieren muss.

Wie bewertest du die Umsetzbarkeit?

Meine ersten Ideen erscheinen mir erst einmal alle umsetzbar, wenn man die Kooperationspartner findet, die mitmachen möchten.

Wenn du keinerlei Begrenzungen hättest (in Bezug auf Geld, Ausstattung, Zeit, Kooperationspartner etc.) – Welches Projekt würdest du gerne umsetzen?

Ein Projekt, das gerade bei einem Fördermittelgeber beantragt wurde. Deshalb kann ich darüber hier leider nicht sprechen. :-)

Gibt es sonst noch etwas, was dir wichtig zu sagen ist?

Nö. :-)

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