Was ist los bei Inklusions-Scout… Selma Brand

Selma Brand hinter KamerasIn loser Folge geben wir in dieser Serie Einblicke in die aktuellen Aktivitäten und Ansichten unserer Inklusions-Scouts. Die Inklusions-Scouts stehen als Ansprechpartner zu unterschiedlichen Themen zur Verfügung. Selma Brand aus Münster ist neu als Inklusions-Scout, aber schon länger bei unseren Projekte rund um inklusive Medienpädagogik dabei, unter anderem als Dozentin sowie als Coach für die Projekte der Weiterbildungsteilnehmenden. Hier berichtet sie, warum sie findet, dass inklusive Medienprojekte nicht länger inklusive Medienprojekte heißen sollten.

Selma, du bist „neu“ als Inklusions-Scout dabei. In dieser „Funktion“ stehst du Ratsuchenden als Ansprechpartnerin für Fragen rund um deine Themenschwerpunkte zur Verfügung. Beschreibe kurz deine „Beratungsschwerpunkte“.

Foto- und Videoprojekte mit unterschiedlichen Zielgruppen aller Altersstufen,
“Ideenjoker”, Projektplanung, -organisation und -gestaltung

Beschreibe deinen berufsmäßigen Hintergrund sowie deine sonstigen Erfahrungen -was hat dich zur „Expertin“ für die von dir genannten Themen gemacht?

Ich bin Mediengestalterin Bild und Ton und habe schon 2006 die Ausbildung zur Medientrainerin im Bürgerhaus Bennohaus in Münster absolviert. Seitdem habe ich viele verschiedene Medienprojekte an Schulen, in außerschulischen Einrichtungen sowie in offenen AGs betreut, so dass ich auf einen großen Erfahrungsschatz im Bereich Foto- und Videoarbeit in (inklusiven) Gruppen zurückgreifen kann. Im Bennohaus war ich oft auch an der Planung von neuen Medienprojekten beteiligt, was mir den Spitznamen „Ideenjoker“ eingebracht hat, da ich half, wichtige Themen in, für Kinder und Jugendliche attraktive, Medienprojekte zu verwandeln. Jedes Thema ist mit jeder Zielgruppe umsetzbar, davon bin ich inzwischen wirklich überzeugt. Natürlich geht hin und wieder mal etwas schief, eine zersplitterte Kamera auf dem Schulhof hält das Projekt natürlich etwas auf, aber auch das Medienteam in Atem, denn die müssen schnell eine neue Lösung finden, gescannte, gemalte Bilder und eine übers Handy-Audioaufnahme sind da eine kreative Möglichkeit. Auch vergessene Akkus sorgen beim Dreh in der Innenstadt erstmal für Panik (bis eine freundliche Hotdog-Verkauferin ihren Strom mit uns teilt), es gibt wirklich immer eine Lösung – und eine Panne beim Dreh schweißt das Team noch fester zusammen, alle ziehen hier an einem Strang, jeder so fest wie sie/er kann.

Was können Ratsuchende konkret bei dir erfahren?

Ich berate gern bei allen anfallenden Fragen im Bereich Projektplanung, -organisation und -gestaltung. Ich spreche mit Ratsuchenden gerne den von ihnen geplanten Verlauf eines Projektes durch und kann sicher den ein oder anderen Tipp geben, wo es schwierig werden kann, oder wo man noch eine spannende Aktion einbauen könnte. Oft bekomme ich auch Anfragen wie „Ich muss das Thema Berufvorbereitung und finanzielle Zukunft nach dem Schulabschluss behandeln. Das ist öde und trocken – ist ja kein Geheimnis. Gibt es eine Möglichkeit es spannend und tatsächlich lehrreich zu gestalten?“ – Gibt es, na klar!

Du bist bereits seit einigen Jahren mit unseren Projekten rund Inklusion und/mit Medien „verbandelt“. Beschreibe kurz, welche Aktionen und Aktivitäten du bis jetzt zum Projekt beigesteuert hast!

Ich übernehme seit Beginn der Ausbildung der Inklusions-Scouts einen Teil der Seminare (Video, Foto, Projektplanung), ich stehe für Anfragen zur Verfügung und referiere zum Thema Inklusion in der Medienbildung an verschiedenen Orten. Außerdem betreue ich die Inklusiven Projekte, die während der Ausbildung stattfinden, gebe Impulse und Hinweise und bin auch immer wieder überrascht wie viele unterschiedliche Möglichkeiten es gibt „Irgendwas mit Medien…“ umzusetzen.

Welche Erlebnisse und Erfahrungen haben dazu geführt, dass du dich im Bereich Inklusion bzw. inklusiver Medienprojekte engagierst?

Ganz ehrlich – als meine Chefin im Bennohaus damals zu mir sagte, dass wir inklusiv arbeiten wollen, fand ich das generell eine gute Idee, habe aber direkt gesagt, dass ich es mir für meine Arbeit schwer vorstellen kann. Klar – ich war unerfahren (hatte bis zu dem Zeitpunkt noch nie mit Kindern mit Behinderungen/Einschränkungen gearbeitet) – und dementsprechend skeptisch gegenüber inklusiven Projekten. Skeptisch war ich aber nicht den Kindern gegenüber, sondern meinen eigenen Fähigkeiten, außerdem hatte ich Angst, dass irgendetwas schief gehen könnte. Eine schlechte, aber wie ich inzwischen festgestellt habe, weit verbreitete Kombination. Beim ersten inklusiven Projekt war ich dann irgendwie schon nach einem Tag mittendrin (statt nur für den technischen Support zuständig) und wollte dort auch sicher nicht mehr weg. So ist es bis heute geblieben, ich freue mich über jedes neue inklusive Projekt, über immer neue Herausforderungen und möchte diese Freude gerne an alle diejenigen weitertragen, die momentan noch mit der eigenen Unsicherheit kämpfen, so wie ich 2008.

Deine Meinung zum gegenwärtigen Stand von Inklusion in der Medienarbeit? Deine Prognose zum zukünftigen Stand von Inklusion in der Medienarbeit!

Ich finde, dass sich momentan an unterschiedlichen Orten einiges bewegt – und dass neue Technologien sehr viel möglich machen, was bis vor einigen Jahren noch fast undenkbar schien, wodurch viel mehr Menschen in mediale Prozesse einbezogen werden können.

Meine Prognose? Vielleicht schaffen wir es irgendwann in nicht zu ferner Zukunft inklusive Medienprojekte abzuschaffen! Medien sind prädestiniert für inklusive Arbeit, wieso muss es also immer noch extra benannt werden und kann nicht zur Selbstverständlichkeit werden?!

Was müsste aus deiner Sicht passieren, damit es noch weiter voran gehen kann mit Inklusion – in der Medienarbeit, aber auch allgemein?

Ich wünsche mir viel mehr Inklusion in der Öffentlichkeit, bei Partys, Projekten und Aktionen sowie in den öffentlichen Medien.

Zum Abschluss: Dein Motto! :-)

Motto wird mit Humor und jedem Team individuell festgelegt – für heute ist es:
Bockwurstpüree mit Vanille-Eis!

Weitere Infos…

zu Inklusions-Scout Selma Brand

zum Kompetenzzentrum Bürgerhaus Bennohaus Münster

 

3 Kommentare zu “Was ist los bei Inklusions-Scout… Selma Brand”

  1. […] Konferenz begann mit einem Impulsvortrag der Inklusions-Scoutin und Medien­pädagogin Selma Brand des “netzwerk inklusion mit medien (nimm 2.0)” aus Nordrhein-Westfalen. Frau Brand führte die […]

  2. […] Konferenz begann mit einem Impulsvortrag der Inklusions-Scoutin und Medien­pädagogin Selma Brand des “netzwerk inklusion mit medien (nimm 2.0)” aus Nordrhein-Westfalen. Frau Brand führte die […]

  3. […] Konferenz begann mit einem Impulsvortrag der Inklusions-Scoutin und Medien­pädagogin Selma Brand des “netzwerk inklusion mit medien (nimm 2.0)” aus Nordrhein-Westfalen. Frau Brand führte die […]

Hinterlasse eine Antwort