Was ist los bei… Inklusions-Scout Nadja Zaynel? Zwischen Blog-Projekt und Promotion

Nadja ZaynelIn loser Folge geben wir in dieser Serie Einblicke in die aktuellen Aktivitäten und Ansichten unserer Inklusions-Scouts. Die Inklusions-Scouts stehen als Ansprechpartner zu unterschiedlichen Themen zur Verfügung. Nadja Zaynel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Uni Münster und als Inklusions-Scout spezialisiert auf den Themenschwerpunkt „Medienkompetenz und -bildung aus der wissenschaftlichen Perspektive, Medien und Menschen mit Down Syndrom“.

Ein halbes Jahr Inklusions-Scout…Was ist passiert bei Dir in dieser Zeit? Nenne deine persönlichen Highlights!

Nadja Zaynel: “Einiges hat sich auf jeden Fall getan. Mein erster wissenschaftlicher Artikel zum Thema Fernsehnutzung von Kindern und Jugendlichen mit Down-Syndrom ist in der aktuellen “merz”  erschienen. Außerdem super war die Fortbildung als Referentin der Initiative Eltern+Medien der Landesanstalt für Medien und meiner erster Elternabend an der Realschule in Telgte, der trotz 30 Grad 18 Besucher hatte. Fast vergessen hätte ich, dass ich im Februar mein zweites inklusives Projekt am Bennohaus Münster durchgeführt wurde. Diesmal haben wir einen Blog erstellt zum Thema „Lieblingsort in Münster“. Richtig toll war auch, dass ich bei der Ringvorlesung des Zusatzstudiengangs Medien und Informationstechnologien in Erziehung, Bildung und Unterricht an der Uni Münster sowohl über meine Promotion zur Internetnutzung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Down-Syndrom als auch über das Blog-Projekt erzählen konnte.”

Gab es bei dir Erlebnisse und Entwicklungen, die dazu geführt haben, dass du deinen Beratungsschwerpunkt als Inklusions-Scout vertiefen, ausbauen oder auch verändern konntest?

“Momentan kümmere ich mich viel um Inklusion an der Universität Münster. Das hat zwar weniger mit Medien und der außerschulischen Freizeitgestaltung zu tun, kommt aber dadurch, dass ich eben hier arbeite und mir immer wieder auffällt, was es zu tun gibt. Gemeinsam mit vier jungen motivierten Kolleginnen arbeiten wir an Informationsveranstaltungen für Studieninteressierte mit Behinderung sowie an Fortbildungsangeboten um Dozenten für das Thema Beeinträchtigung zu sensibilisieren. Wichtig finde ich hierbei, dass es stets praktische Tipps gibt. Zum Beispiel, dass mir mal einer sagt, dass ein pdf-Dokument schon eine erste Hürde für Menschen mit Sehbehinderung sein kann, da viele Sprachausgaben Probleme mit diesem Dateiformat haben. Das kann ich als Dozent schnell ändern, wenn ich sowas weiß!”

Deine Meinung zum gegenwärtigen Stand von Inklusion in der Medienarbeit? Deine Prognose zum zukünftigen Stand von Inklusion in der Medienarbeit?

“Ich glaube es tut sich einiges. In letzter Zeit fallen mir immer mehr Einrichtungen und Institutionen auf, die sich mit diesem Thema beschäftigen, wie zum Beispiel leidmedien.de aus Berlin oder PIKSL aus Düsseldorf. Trotzdem gibt es noch einiges zu tun. Ich glaube, dass wir vieles dadurch erreichen können, indem Leuten ihre Berührungsängste genommen werden. Das geht natürlich nur, wenn ich auch mit Menschen mit Behinderung in Kontakt komme. Sobald diese Schwelle überschritten ist, ist aus meiner Sicht alles eine Frage der Kreativität, also zu überlegen, wer kann was mit seinen Möglichkeiten machen.”

Was müsste aus deiner Sicht passieren, damit es noch weiter voran gehen kann mit Inklusion – in der Medienarbeit, aber auch allgemein?

“Davon ist ja immer wieder die Rede: vernetzen! Es gibt schon so viele gute Projekte, die sich kreative Leute ausgedacht haben, das muss ich aber wissen, dass es die gibt. Ich glaube, dass die Inklusionsplattform da eine gute Schnittstelle ist, hier schreiben wir ja über unsere Projekte, was gut gelaufen ist und auch was schlecht gelaufen ist. Sowas müsste es im großen Stil geben, eine Medienprojekteplattform, wo jeder sein Projekt einstellen kann und wo es eine Suchfunktion mit Schlagworten gibt, so dass ich zum Beispiel eingeben kann: Blog und Down-Syndrom und dann mein Projekt angezeigt wird.”

Was können Ratsuchende auch in Zukunft bei dir erwarten, mit welchen Fragen können sie auf dich zukommen?

“Zum Thema Blogs in der inklusiven Medienarbeit habe ich auf jeden Fall gute Tipps und natürlich zur Arbeit mit Menschen mit Down-Syndrom. Außerdem kann ich einige hilfreiche Informationen zur Elternarbeit liefern.”

Weitere Infos zu Nadja Zaynel: www.uni-muenster.de/Kowi/personen/nadja-zaynel.html

 

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