MyWay – Sie haben Ihr Ziel erreicht?

Screenshort des Hauptmenüs der App MyWay

Screenshot des Hauptmenüs der App MyWay

Im folgenden Artikel beschreibe ich die Erprobung der App MyWay, einer Navigations-App für Blinde und Sehbehinderte (Link zur App in iTunes).

In unserem Test verwendeten wir die kostenfreie Lite-Version der App, dadurch standen uns das Navigieren zu Punkten des öffentlichen Personennahverkehrs und die Eingabe einer beliebigen Adresse nicht zur Verfügung. In der Lite Version kann entweder ein Adresseintrag der Kontakte verwendet werden oder man gibt die GPS-Daten manuell ein, wir gaben GPS-Daten an.

Screenshot der Distanzanzeige und Richtung der App MyWay

Screenshot der Distanzanzeige und Richtung der App MyWay

Installiert wurde die App auf einem iPad 3. Es wird nur ein GPS-Signal benötigt und kein UMTS! Als “Teststrecke” wählten wir den Weg von der Wilhelmstraße 52 in 10117 Berlin (52.51315°N 13.38280°E) zum Potsdamer Platz (52.50953°N 13.37560°E). Die GPS-Daten erhält man nach Eingabe der Adresse auf http://gpso.de/maps/.

Diese Daten können im Hauptmenü unter dem Menüpunkt “Routenverwaltung” angegeben und benannt werden. Diese Route ist ca. 600 Meter lang (Route bei Google Maps). Die App berechnet grundsätzlich den Luftweg, dadurch waren Umwege zu nehmen und Hindernisse, wie z.B. eine Baustelle, wurden nicht berücksichtigt. Wir brauchten ca. 20 Minuten zum Ziel.

Person mit dem iPad an einer Ampel

Person mit dem iPad an einer Ampel

Man muss berücksichtigen, dass ein A-GPS Signal nur auf ca. 60 Meter genau ist. Die App wurde von einer Person mit Seheinschränkungen getestet, der von mir als Rollstuhlfahrer zur Dokumentation begleitet wurde. Er konnte zwar den Anweisungen der App (z. B. “500 m auf 12 Uhr”) folgen, jedoch

Person mit iPad steht vor Apple Werbung am Potsdamer Platz

Person mit iPad steht vor Apple Werbung am Potsdamer Platz

fiel ihm das Einstellen der Route schwer und ich empfand die Abstände der Distanzansage von VoiceOver – der ins iPad integrierten Bildschirmvorlesesoftware – zu lang. In der Lite-Version wird in regelmäßigen Abständen auf die Vollversion hingewiesen und die Navigation wird erst nach einem Klick auf “OK” fortgesetzt – was für diese Zielgruppe den Test eher unangemessen erschwert.

Die Lite-Version ist geeignet, um einige grundlegende Optionen der App zu testen. Für den Dauereinsatz bzw. als “echte” Navigationshilfe für sehbehinderte Menschen ist sie jedoch nicht geeignet, da die genannten Einschränkungen zu groß sind. Um generell eine Aussage über die Eignung von MyWay für Blinde und Sehbehinderte treffen zu können, müsste man die Vollversion testen.

 

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