Schief gelaufen – gut so!

Die Anfrage kam überraschend. Ob nicht ein paar Mitglieder der Radiogruppe Adventure unten Aufnahmen machen könnten. Unten, damit war der Saporishja-Platz vor dem Bert-Brecht-Haus gemeint. Dort stand für einen Tag ein Zelt für eine Bürgerbefragung. Hintergrund ist das Landesprogramm „Stärkungspakt Stadtfinanzen“, an dem Oberhausen teilnehmen muss. Dafür müssen Ausgaben in Höhe von rund 40 Millionen Euro eingespart werden. Hierzu sollten die Bürger informiert werden, aber auch selbst Anregungen einbringen können. So stand halt das Zelt mit den Info-Tafeln an diesem Tag vor dem Bert-Brecht-Haus.

Infozelt auf dem Saporishja-Platz

Für sachkundige Auskünfte standen nicht nur der Oberbürgermeister Oberhausens und alle Beigeordneten zur Verfügung. Viele andere Vertreter der Stadt, so der Theaterintendant, die Leiter der Volkshochschule und der Bibliothek, waren ebenfalls anwesend. Also ideale Bedingungen für zahlreiche Interviews. Allerdings blieb kaum Zeit für Vorbereitungen. Und dazu das Thema kompliziert und sperrig. Das sollte an diesem Tag aber nicht reichen. Ein Gewitter mit heftigem Regen fegte über den Platz. So drängten sich alle in dieses Zelt. Von innen laute Nebengeräusche, von außen Regen. Also schlechte Aufnahmebedingungen? Nein, eigentlich unmögliche Aufnahmebedingungen. Damit noch nicht genug. Von den drei „Adventureres“ waren zwei Neulinge. Und der Erfahrene war vor allem in Studiotechnik erfahren, nicht in Interviews.

Und jetzt passierte das, was so eine Gruppenarbeit oft auszeichnet. Eigentlich lief alles schief. Die Voraussetzungen waren schlecht, die Aufnahmebedingungen ungeeignet, zwischendurch vergaßen sie auf die Aussteuerung zu achten, die Fragen waren nicht vorbereitet und einer der Interviewten – der Theaterintendant, wer sonst – nahm sogar das Mikrofon an sich; eine absolute Todsünde für Interviewer. Und trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen lernten die drei in dieser Stunde sehr viel. Sie merkten vor allem selber wo es schlecht war und worauf sie beim nächsten Mal achten müssen. Und das Beste: die Aufnahmen sind brauchbar und die Radiogruppe Adventure arbeitet an einem Beitrag.

Kämmerer und Kulturdezernent im Gespräch

 

An dieser Stelle aber auch eine positive Anmerkung. Hier in Oberhausen haben wir das Glück, dass kulturelle Projekte und Jugend- und Bildungsarbeit von allen Verantwortlichen unterstützt werden. Auch wenn es „nur“ eine Jugend Radiogruppe war, standen der Oberbürgermeister, alle Beigeordneten, der Theaterintendant und weitere Gesprächspartner bereitwillig für Interviews zur Verfügung. Auch die Bilder in diesem Artikel stammen von der Pressestelle der Stadt Oberhausen.

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