“Inklusion ist, wenn es einfach normal ist, dass man füreinander da ist” – Ein Inklusives Trickfilmprojekt

Hände der am Workshop teilnehmenden Kinder

Hände im Kreis

Medienprojekte durchführen mit Heranwachsenden, die kaum lesen, schreiben oder sprechen können – nicht möglich? Unser Team von barrierefrei kommunizieren! Bonn unter Leitung von

Birgitt Nehring bewies im Rahmen des Abschlussprojekts der Weiterbildung “Inklusive Medienpädagogik” mit unserem in jeder Hinsicht bunt gemischten, jungen “Produzententeam” im Quasi-Freizeittreff Rheinaue in Bonn das Gegenteil.

Die Herausforderung bei diesem Projekt ist nicht nur die aufwendige technische Seite, sondern insbesondere die Teilnehmer in diesem Projekt für die gemeinsame Arbeit ständig zu begeistern. Das Problem des Trickfilmes ist es, dass er bei der Erstellung viel Geduld und Konzentration erfordert.

Eine Kulisse wird mit Sand gestaltet

gestalten mit Sand

Leander, Loren, Sabine, Lucie, Marie und Denise erstellten gemeinsam mit uns in der Herbstferienwoche vom 8. bis 10. Oktober einen Trickfilm rund Inklusion, Respekt und Vielfalt – und der kann sich sehen lassen! Dabei stand gar nicht das perfekte Ergebnis im Fokus der Projektwoche, sondern das Nachvollziehen sämtlicher Abläufe, die bei einer Trickfilmproduktion notwendig sind – vom Verfassen des Storyboards, dem Herstellen der Kulissen über die Aufnahme der einzelnen Szenen in Bild und Ton bis hin zu Musikproduktion und Arbeiten mit dem Schnittprogramm. Noch viel wichtiger aber war das gemeinsame Miteinander mit viel Spaß und Freude!

Bildnis eines Mädchens mit rotem Kleid

eines der Kunstwerke

Doch was tun, wenn jemand kein Storyboard schreiben kann oder seine Anweisungen für den Redebeitrag nicht lesen kann? Wenn jemand zu leise spricht, um in der Aufnahme verständlich zu sein? Wenn jemand feinmotorisch zu gehandicapt ist, um die Kulissen auszuschneiden? Dann wird eben gemalt – sowieso das Mittel der Wahl bei einem visuellen Medium wie dem Trickfilm! Der Text wird so oft vorgelesen und nachgesprochen, dass ihn auch wirklich jede/r sprechen kann – ganz nebenbei prägt sich so allen der Text ein und sie „sparen“ sich das Auswendiglernen. Die Playmobilprotagonisten ließen sich leichter bewegen, als die Kulisse zu basteln – so kann man sich „an etwas festhalten“ und hat „etwas in der Hand“, ein gutes Gefühl, wenn die Hand manchmal zu sehr zittert. Oder es wird einfach was ganz anderes gemacht! So dokumentierte die Autistin Sabine den gesamten Filmentstehungsprozess mit einer Kamera und erstellte damit eine Fotodokumentation des Projekts. Für jede/n gibt es eine Aufgabe.
Und zum Schluss die Frage: „Wann kommt ihr wieder???“ Mehr gutes Lob kann man nicht bekommen und wir beenden eine wirklich inklusive und intensive Woche mit vielen guten Erlebnissen und dem Wissen „Inklusion leben“ ist gar nicht so schwer; Inklusion muss im Kopf beginnen und dann es ist ganz normal – denn anders sein ist doch normal.

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