Inklusion braucht auch Institution

Inklusion braucht nicht nur pädagogische Projekte. Damit Inklusion funktioniert braucht es auch einer institutionellen Verankerung. In Oberhausen hat der Rat der Stadt ein klares Zeichen gesetzt. Mitte vergangenen Jahres wurde das Büro für Chancengleichheit ins Leben gerufen.

Hier wurden verschiedene Aufgaben zusammengefasst: das Familienbüro, die Koordinierungsstelle Integration, Leben im Alter, Ehrenamtliches Engagement, Gleichstellungsstelle und Inklusion. Während alle anderen Aufgabenbereiche an verschiedenen Stellen der Stadtverwaltung bereits etabliert waren, ist Inklusion eine in der Stadtverwaltung bisher unbekannte Aufgabe. Das heißt nicht, dass das Thema unbekannt ist.

Die Förderung von Menschen mit Behinderungen ist in Oberhauen kein unbekanntes Feld. Ob Lebenshilfe oder andere Vereine mit dem Ziel der Förderung von Behinderten – all das gibt es in Oberhausen seit Jahrzehnten. Genauer gesagt, seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Versehrtensport, das war in Oberhausen der Einstieg in Belange behinderter Menschen. Und die waren in Rat und Verwaltung dieser Stadt maßgeblich eingebunden.

Der Club Integ war ein weiterer Schritt auf diesem Weg. Hier wurden auch nicht kriegsversehrte behinderte Menschen auf ihrem Weg in die Gesellschaft begleitet. Meistens war persönliches Engagement einzelner Menschen notwendig, Türen zu öffnen. In Oberhausen öffneten sie sich jedoch immer leicht. So auch für private Initiativen wie „Gemeinsam leben – gemeinsam lernen“.

Das Büro für Chancengleichheit ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg. Nicht nur, das hier erstmals der Bereich Inklusion gleichberechtigt mit anderen Aufgabenbereichen der Stadtverwaltung gestellt wird, hier werden auch verschiedene Bereiche koordiniert. Egal welche Fragen den gleichberechtigten Zugang zur Gesellschaft beeinträchtigen, im Büro für Chancengleichheit laufen diese Fäden zusammen. Vernetzung ist das Zauberwort für diese Art der Organisation. Dabei sind nicht nur städtische Einrichtungen angesprochen. Ob Kirche, Sozialverbände oder andere Organisationen – an dieser Stelle werden alle Aktivitäten koordiniert.

Natürlich läuft nicht alles nach Plan – aber doch versuchen alle an einem Strang zu ziehen.

Das Besondere an Oberhausen: Das Büro für Chancengleichheit wurde nicht irgendwo in der Stadtverwaltung verankert. Es ist direkt dem Oberbürgermeister unterstellt.

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