Bennohaus Münster: 10 Jahre Filmarbeit an einer Schule mit dem Förderschwerpunkt KME. Bericht von Olga Kuleshova

Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung auf der Bühne

Mit aktiver Filmarbeit lassen sich – neben der Vermittlung filmischen Wissens und bedientechnischer Medienkompetenz – jede Menge Themen bearbeiten. Das Bennohaus kooperiert seit 10 Jahren mit der Regenbogen-Schule in Münster, einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung und bietet für die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen Filmprojekte an. Zum Jubiläum ein Projektbericht von Olga Kuleshova.

Ziele des Projekts

Die Teilnehmenden sollen sich vor der Kamera mit ihren Zukunftswünschen präsentieren. Dabei zeigen sie dem Betrachter auch ihren Lieblingsplatz an/in der Schule und filmen sich gegenseitig. Das Ziel ist es, ein Erinnerungsvideo der Abschlussklassen zu erstellen. Die Schülerinnen und Schüler lernen:

  • sich selbstbewusst zu präsentieren
  • mit einer Kamera umzugehen
  • ihre Zukunftswünsche zu formulieren

 

Durchführung

Am ersten Projekttag nach einer Begrüßung und Vorstellung des Projektes im Plenum wurden die Teilnehmenden in vier Gruppen aufgeteilt, weil wir insgesamt 40 Teilnehmende hatten. Die Aufteilung in die Kleingruppen ist vor dem Projekt bereits durch die Lehrkräfte festgelegt worden. Die Lehrkräfte kennen die Schülerinnen und Schüler gut, deswegen können sie besser die Gruppen einteilen. Am ersten Tag wurde eine Tabelle zusammen mit den Teilnehmenden erstellt, in der aufgeschrieben wurde, welche Lieblingsplätze sie in der Schule haben, welche Projekte sie an der Schule besuchen, und wo sie sich vorstellen wollten.

Danach erhalten die Schülerinnen und Schüler eine Kameraeinführung bevor es an die Dreharbeiten in und um die Schule geht. Kamera und Equipment wurden mit der Methode des Stationenlernens vorgestellt: An verschiedenen Stationen lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Kamera, Ton und Stativ umzugehen und probierten selbst Technik aus, unterstützt von den Medientrainerinnen und -trainern.

Beispiele für die Kameraperspektiven Ober- und UntersichtZuletzt wurden Einstellungsgrößen, Kameraperspektiven und Möglichkeiten der Bildgestaltung erklärt. Dafür wurde auch ein Film von isiSofa TV über die “Magie des Fernsehmachens” gezeigt: Mit dieser Anleitung kann jeder selbst Filme machen.

Dann wurde mit jedem Schüler und jeder Schülerin ein Trailer an seinem bzw. ihren Lieblingsort in der Schule gedreht. Hier erzählten sie über ihre Zeit an der Schule oder eine bestimmte Tätigkeit, z.B. wird ein Trailer am Pausenkiosk gefilmt, der an diesem Tag auch geöffnet ist und an dem er oder sie gerne gearbeitet hat. Zudem haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich vor dem Greenscreen zu präsentieren, so dass ein Hintergrundbild nachträglich eingesetzt werden kann. Pro Schülerin bzw. Schüler hatten wir am Ende des Projektes etwa 2 Minuten Film.

Die Abschlussrunde findet in den Kleingruppen statt. Es werden Feedbackfragen gestellt, die Teilnehmenden halten als bewertende Rückmeldung jeweils den Daumen hoch, runter oder schräg.

Am nächsten Tage nach dem gemeinsamen Start im Plenum indem der Ablauf des Tages angekündigt wird, gehen die Teilnehmenden wieder in ihre Kleingruppen und setzen die Dreharbeiten des Vortages fort. Ziel des Tages ist es, möglichst alle Trailer abzuschließen. Sollte am Ende des Tages noch Zeit bleiben, kann eine Gruppenszene gedreht werden.

Tipps für die Praxis

  • Bereits bei der Projektplanung genau vereinbaren, dass jemand die Gruppe betreut, der sie gut kennt und als Ansprechpartner für das Filmteam zur Verfügung steht.
  • Teilnehmende, die sich aufgrund ihrer Beeinträchtigung nicht selbst vorstellen können, können von einem Freund oder einer Betreuungsperson vorgestellt werden.
  • Die ganze Einrichtung, in der das Projekt stattfindet, muss Bescheid wissen, dass das Filmteam kommt. Am besten einen Plan erstellen, wo und wann man drehen kann, damit das Filmteam die sonstigen Abläufe in der Einrichtung nicht stört.
  • Für die Teilnehmenden sollten vielfältige Aufgaben geplant werden, für die Zeit, in der sie nicht vor der Kamera stehen.

Infos zur Autorin

Olga Kuleshova
Medientrainerin
Mediending Münster im Bürgerhaus Bennohaus
Olga_kuleshova@gmx.de

 

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