Aufnahmegeräte: Immer günstiger, immer kleiner

Ein Aufnahmegerät ist eines der wichtigsten Teile in der Radioarbeit. Schon mit einem ganz einfachen Gerät und einem Laptop mit Schnittprogramm – wie zum Beispiel der Freeware Audacity – lassen sich Radio- oder Audioprojekte durchführen.

Der Trend bei den Aufnahmegeräten ist klar: Die Geräte werden immer kleiner und werden auch immer günstiger. Gerade das ist für die Projektarbeit von Vorteil. Sind die Kosten doch immer ein kritischer Punkt. So gibt es mittlerweile brauchbare Geräte im Angebot für rund 50 Euro.

Aber welches Gerät ist brauchbar? Zuerst müssen dafür zwei andere Fragen beantwortet werden. Mit wem will ich was machen? Sollen die Teilnehmer Geräusche sammeln oder ein kleines Hörspiel aufnehmen reichen einfache Geräte aus. Wer regelmäßig Radiosendungen produzieren will sollte eher ein Gerät mit externem Mikrofon und XLR  Anschluss ins Auge fassen. Meistens kann auch an einfachen Geräten ein externes Mikrofon angeschlossen werden. Allerdings nur über eine kleine Klinke – ein eher wackeliger Kontakt.
Auch bei den Datei Formaten gibt es kaum noch Unterschiede. MP3 und WAV  beherrschen auch die günstigen Geräte. Mit einer 2GB Speicherkarte ist man dann schon ausreichend ausgestattet.

Das Gerät muss zu den Aufgaben passen

Wodurch zeichnen sich dann die teureren Geräte aus? Neben dem XLR Anschluss sind es vor allem die Vorverstärker, die einen klareren und besseren Ton aufnehmen. Und was hilft mir ein noch so gutes externes Mikrofon, wenn das Gerät dem nicht entspricht. Auch die Qualität der eingebauten Mikrofone kann mit einem guten externen meistens nicht mithalten.

Was ist noch zu beachten? Das Handling. Und das meint erst einmal wie das Gerät in der Hand liegt. Aber Vorsicht: Was in meiner Hand gut liegt, ist für ein Grundschulkind vielleicht schlecht. Handling bedeutet auch die Bedienbarkeit. Bei manchen Geräten sind die Schalter derart eng beieinander, dass Fehlgriffe vorprogrammiert sind. Auch Schalter an der Seite haben ihre Schattenseiten. Schnell passiert es bei der Aufnahme, dass sie unbeabsichtigt gedrückt werden. Ist ein Handicap in der Motorik vorhanden sind eng beieinander liegende Schalter ein Ausschlusskriterium.

Aufnahmegeräte heute

Von Vorteil sind Aufnahmeprofile, die eingestellt werden können. Nicht ganz unwichtig, wenn experimentierfreudige Kinder oder Jugendliche die Einstellungsmöglichkeiten des Geräts durchgehen: Kann die Standardeinstellung des Geräts einfach wiederhergestellt werden?

Die Akkus sind bei Außenaufnahmen von großer Bedeutung. Eingebaute Akkus – mit der Möglichkeit externe Akkus oder Batterien dazu zu nehmen – sind die bessere Lösung.

Technik muss einfach funktionieren

In der Vergangenheit haben wir im Bürgerfunkstudio im Bert-Brecht-Haus das Aufnahmegerät Marantz PMD 671 benutzt. Ein Gerät im Lexikon-Format. Das Nachfolgemodell war der PMD 660 von Marantz. Nur noch halb so groß und mit vier AA-Akkus ausgerüstet. Seit gut einem halben Jahr arbeiten wir mit den Tascam DR 100. Dieses Gerät hat sich bisher in der praktischen Arbeit bewährt. Es ist handlich, einfach zu bedienen und der eingebaute Akku gibt genug Leistung für eine umfangreiche Außenaufnahme.

Einige Bürgerfunker benutzen aber auch ihre eigenen Aufnahmegeräte. Hier ist besonders das Zoom H2 beliebt (das Nachfolgemodell ist das Zoom H2n). Selbstverständlich gibt es auch ganz andere Hersteller, die auch gute Geräte produzieren. Wichtig ist, dass jeder das Gerät findet, das zu seinen finanziellen und technischen Möglichkeiten passt und mit dem die jeweiligen Gruppen problemlos und gerne arbeiten. Kaum etwas ist ärgerlicher bei einem Medienprojekt, als Technik, die ständig ausfällt.

Ein Kommentar zu “Aufnahmegeräte: Immer günstiger, immer kleiner”

  1. Keywan sagt:

    Wir benutzen beim Campusradio neben alten Zoom H4 seit einiger Zeit Zoom H1 Geräte. Die sind günstig, kompakt und sehr einfach zu bedienen. Die Aufnahmequalität ist ausreichend. Finde ich besonders für Einsteiger und Schulprojekte super. Das H2n haben wir auch, finde es aber eher für Eigenaufnahmen, Atmo und Theater geeignet, da mein bei Interview nicht wirklich aufs Display schauen kann.

    Aber auch bei den Großen (H4n, Olympus,…) sind die Preise gefallen. Professionelle Geräte gibt es ja bereits um die 250 Euro.

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