Aircheck mit Adventure

Qualitätskontrolle ist die Herausforderung in vielen Arbeitsbereichen. Auch im Bürgerfunk findet sie statt. Hier heißt sie Aircheck. Mindestens einmal jährlich, besser zweimal findet sie statt. Überprüft wird, ob die Sendungen der Definition vom gelungenen Radio entsprechen. Gelungenes Radio? Auch wieder so ein Begriff des Qualitätsmanagements. Hinter diesen Begriffen verbergen sich einfache Regeln, die eine gute Sendung ausmachen.

Im Alltag des Journalismus ist es gängige Praxis: In den Redaktionskonferenzen werden zuerst die vorherigen Produkte besprochen. Ob Print, Hörfunk, Fernsehen oder Online – was ist gut gelaufen, wo gab es Fehler? Die ständige Reflexion soll zu besseren Ergebnissen führen. Die speziellen Regeln des jeweiligen Mediums spielen dabei die entscheidende Rolle. Im Hörfunk gelten dabei besondere Anforderungen. Schließlich ist nichts so vergänglich wie das gerade Gesprochene. Also stellen sich hier auch die entsprechenden Fragen: Ist für den Hörer eine klare rote Linie erkennbar? Wird der Hörer in jeder Situation mitgenommen? Wird der Hörer direkt angesprochen? Diese Liste ließe sich noch weiterführen.

Selbstverständlich werden auch allgemeinere Fragen behandelt. Werden journalistische Kriterien eingehalten? Gibt es Probleme in der Moderation? – Ein Aircheck ist umfassend und fordert von jedem sehr viel Selbstkritik. Anhand von bis zu zwei Ausschnitten aus Sendungen werden all die vorangegangenen Fragen behandelt. Im Bürgerfunkstudio im Bert-Brecht-Haus gelten dafür klare Regeln: Kritik darf niemals verletzend sein. Trotzdem soll offen und ehrlich, aber eben auch sachlich jeder Beitrag bewertet werden. Ein hoher Anspruch.

Waren zu Beginn der Airchecks die meisten Bürgerfunker skeptisch, so sind sie jetzt begeisterte Teilnehmer. Sie merken selbst, dass hier nichts Schlimmes passiert und ihnen Hilfestellungen gegeben werden, bessere Sendungen zu produzieren. Und dabei gibt es keine Ausnahme. Letzte Woche gab es einen Aircheck mit Adventure.

Welche Beeinträchtigung auch immer vorliegt oder eben auch nicht – das spielt hier keine Rolle. Meistens ist es sogar so, dass die mit den größten Handicaps die höchsten Ansprüche an ihre Arbeit haben. Bei der Radiogruppe Adventure ist das nicht mehr auseinander zu halten. Dabei bewerten sie ihre eigene Arbeit eher zu kritisch, nennen Fehler, wo nichts zu hören ist. Klar, wer selbst produziert weiß, wo die Schwachstellen sind. Aber hört sie auch der Hörer?

Immer dabei beim Aircheck ist eine zweite Bürgerfunkgruppe. Auch sie muss sagen, was ihnen aufgefallen ist, auch sie muss ihre Beiträge der Diskussion stellen. Das ist nicht nur gut für den jeweiligen Medientrainer, es gibt jeder Gruppe auch den Eindruck einer externen Kritik. Gerade die fehlt häufig beim Bürgerfunk.

In diesem Fall war es kein Problem. Von Kleinigkeiten abgesehen erfüllt die Radiogruppe Adventure alle Kriterien vom gelungenen Radio. Was nicht heißt, dass man sich ausruhen kann. Denn besser geht immer.

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